Nachdem die Truppen der revolutionären Cortes in der Schlacht von Trocadero geschlagen wurden, ist die spanische Revolution weitgehend zusammengebrochen und Ferdinand VII. regiert nun wieder absolutistisch über Spanien. Französische Schutztruppen werden voraussichtlich noch für einige Jahre im Land bleiben, bis der spanische König seine Macht wieder konsolidiert hat.
Die Lage in Italien bleibt auch nach dem Abzug der Sondertruppen Österreichs weiterhin weitgehend ruhig. Allerdings hält sich hartnäckig das Gerücht, dass sich die Revolutionäre im Untergrund neu organisieren, angespornt durch die Uneinigkeit der italienischen Staaten. Denn solange Sardinien-Piemont und das Königreich beider Sizilien in der Frage lavieren, hoffen sie im Ernstfall einen sicheren Rückzugsraum zu haben.
Thüringen
Die in Schaumburg-Lippe abgewiesenen Detmolder kommen nun zu euch mit dem Plan, einen liberal gesinnten Verlag zu gründen, der u.a. Biografien der Detmolder Fünf herausgeben will.
Dicke Lippe-Detmold
In eurem Hof kündigen sich in letzter Zeit immer mehr Adlige aus dem Ausland an. Eure harte Hand gegenüber den Revolutionären gefällt ihnen. Das in ihren Ländern oft eine sehr liberale Politik betrieben wird, stößt ihnen sauer auf. Hinter vorgehaltener Hand fragt man euch auch immer mal wieder, was denn nun wirklich mit den Detmolder Fünf geschehen sei. Da die Besucher auch oft genug eine nette Spende für euer Hoftheater hinterlassen scheint dies bald fertig finanziert zu sein.
Wo die Presse noch frei ist geltet ihr als der Repräsentant der Unterdrücker. Immer wieder gelangen auch beleidigende Flugblätter über eure Grenze, aber kaum jemand in eurer Bevölkerung will mit so etwas in der Hand erwischt werden.
Hessen-Darmstadt
Großherzog gesucht
und unser Kirchenbau?
Oldenburg
Ein erster Schritt zu einer Oldenburger Identitätsstiftung wäre die wissenschaftliche Dokumentation der Volkskultur. Die Grimms schlagen als Einzelgebiete Sprache, Erzählungen, Liedgut, Tänze, Trachten und ähnlichen Schmuh vor.
Zum Bauernverteilprogramm:
Man klärt euch auf: Ihr überschätzt die zur Verfügung stehende Landmasse. Die mediatisierten Gebiete sind natürlich nicht menschenleer. Dennoch hat euer Kataster festgestellt, dass große Ländereien in Gemeindebesitz sind und an einzelne Bauern verteilt werden können. Dazu kommen vereinzelte fürstliche Gebiete, die bisher vernachlässigt wurden. Eure Verteilung bewirkt also eine Steigerung der kleinen bis mittleren Betriebe mit kleinem Überschuss. Eure restlichen Maßnahmen lassen die Landwirtschaft etwas effizienter werden.
Schaumburg-Lippe
Mit dem Stipendienprogramm sorgt ihr dafür, dass auch die Bürger eures kleinen Staates in den Genuss einer Hochschulbildung kommen können. Dies wird sich in Zukunft sicherlich noch bezahlt machen. Damit dies allerdings langfristig erhalten bleiben kann schlagen eure Berater vor, einen Fond einzurichten und mit jährlich 100G zu unterstützen. So soll es den hoffnungsvollen Talenten eures Landes an nichts mangeln.
Die Detmolder Verleger reisen enttäucht wieder ab und auch eure Bevölkerung ist wenig glücklich mit eurer nun schärferen Linie.
Bayern
Vor der Verkündung der neuen Verfassung sprechen der Kriegs- und Innenminister ein Konzept ab mit den erwarteten Unruhen umzugehen. Schon vor Verkündung der Konstitution
gehen sie Hochburgen des bisherigen Widerstands (
) und verhaften die vermuteten Rädelsführer der Waffenschmuggel. Man will dem erwarteten Widerstand gegen die Verkündung der neuen Verfassung vorbeugen.
Schon bei den Verhaftungen kommt es zu offenen Feindseligkeiten gegenüber der Armee. Sie werden aus Fenstern mit Steinen beworfen und beschimpft. In Einzelfällen schlagen die Soldaten zurück und es kommt auch zu Toten. Die Soldaten müssen vorläufig die Städte verlassen. Dies ist willkommene Gelegenheit dafür die alte Verfassung für gescheitert zu erklären.
Die Verkündung der Verfassung stößt auf mehr Widerstand als erwartet. In zahlreichen Städten gehen die Menschen auf die Straße, das Militär ist nicht in der Lage überall einzugreifen, zumal auch einige mehrheitlich katholische Städte in euren Randgebieten rebellieren. Als Unruhenester machen sich Hof, Bayreuth, Nürnberg, Erlangen, Fürth, Ansbach, Würzburg, Schweinfurt und Augsburg bemerkbar. Die Aufständischen sind zwar nur schwach bewaffnet und kaum miteinander verbunden, aber euer Militär ist zu zerstreut um angemessen zu reagieren. Immer wieder ziehen eure Soldaten in Barrikadenkämpfen den Kürzeren.
Man beschließt also einen Strategiewechsel: Nach und nach wird vor den Städten Artillerie aufgestellt und ein Ultimatum gestellt, die neue Verfassung zu akzeptieren:
Bayreuth: Weigerung => Artilleriebeschuss und schwere Schäden
daraufhin lenkt neben Bayreuth auch Hof ein.
Erlangen: geht auf Ultimatum ein
Schweinfurt: geht auf Ultimatum ein
Würzburg: geht auf Ultimatum ein
Ansbach: Weigerung => Artilleriebschuss und schwere Schäden
die Bürger von Ansbach liefern euch daraufhin den Kopf ihres Ratsherrn, der Neue ist kooperativer.
Augsburg schickt daraufhin die Kundschaft, dass sie ihre Bedenken überdacht haben. Da Nürnberg und Fürth nun allein stehen zeigt sich euer Militär wieder selbstbewusster: Man lässt Einheiten der Ritterkreuzler einmarschieren und die abtrünnigen Ratsherren verhaften. Sie stoßen kaum auf Widerstand. Die Bürger wollen angesichts der Nachrichten aus Ansbach und Bayreuth keine weitere Eskalation riskieren.
Bilanz: 87 tote Soldaten, ihr zieht es vor die Opfer unter den Aufständischen nicht zählen zu lassen. Dafür herrscht nach einigen Monaten des Tumults nun wieder Ruhe im Land. Eure Militärs sind zufrieden: Sie glauben ihr werdet euch in den nächsten Jahren keine Sorgen machen müssen, dass eure Herrschaft angezweifelt wird.
Auch in eurem Kerngebiet ist die Verfassung umstritten. Es kommt zu einigen Protestaktionen und Demonstrationen. Wegen der entschiedenen katholischen und antifränkischen Stoßrichtung können sie jedoch keine Massenwirkung entfalten. Spätestens mit den Nachrichten der Eskalation der offenen Gewalt schlägt die Stimmung um und es findet eine verstärkte Solidarisierung mit der Krone statt. Man schätzt euren festen Glauben.
Herr du mein lieber Vater
Wobei mir das in toto gar nicht sooo doll nach Würfelpech aussieht, wenn man bedenkt, was in Bayern sonst schon so gelaufen ist...
In der Pfalz ist man über die neue Verfassung alles andere als zufrieden: Man wählt aber den Verhandlungsweg: Dem von euch gesandten Statthalter verweigert man unter Verweis auf die alte Verfassung die Einreise. Die Verfassung könne man nur akzeptieren wenn der Statthalter ein vom Parlament gewählter Pfälzer ist. Dies soll als Sonderregelung festgehalten werden. Eure Militärs raten zur Zustimmung um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Außerdem ist man sich der Loyalität der Pfälzer Abteilungen in dieser Frage nicht gewiss.
Da war viel Würfelpech dabei, ich schlage dir vor, deine Unigründung etwas nach hinten zu verschieben (auch um die Professorennachfrage etwas zu entspannen) und dich noch einmal um die Befriedung und Wiederaufbaumaßnahmen des Landes zu kümmern.
Österreich
Die Landesparlamente mit einem ihnen unterstellen eigenen Heer werden in den Regionen begrüsst, während man in der Hauptstadt mit der neuen Regelung weniger glücklich ist. Insbesondere liberale und deutschnationale Kreise argumentieren, dass das Reich enger zusammenwachsen und nicht noch weiter dezentralisiert werden sollte.
Die Reorganisation des Militärs und der Geheimpolizei wird von der Verwaltung begonnen, da sie aber mit den administrativen Arbeiten für die Einrichtung der Landesparlamente bereits stark ausgelastet ist, kommen diese beiden Projekte nur schleppend voran. Insbesondere die zusätzlichen Gelder für die Geheimpolizei können gar nicht alle wie geplant investiert werden und fliessen daher stattdessen in den Schuldenabbau. Man empfiehlt Euch diese beiden Projekte im kommenden Jahr noch einmal gesondert und prioritär anzugehen.
Verwaltung und Bildungseinrichtungen werden wie angeordnet konsequent auf die deutsche Sprache umgestellt. Für einige Jahre ist damit zu rechnen, dass die neu deutschsprachige Bürokratie weniger effektiv arbeitet, da in es in vielen Gegenden zu sprachlichen Schwierigkeiten und Missverständnissen kommen wird. Gleiches gilt für Studenten, die gezwungenermassen zuerst die Fremdsprache Deutsch erlernen und deshalb Verzögerungen bei ihrem Studium in Kauf nehmen müssen.
Die aus Baden aufgebrochene philhellenenische Freiwilligentruppe zieht durch Österreich und versucht bei dieser Gelegenheit weitere Anhänger für den Kampf in Griechenland zu begeistern. An einigen Orten kommt es zu öffentlichen Sympathiebekundungen, da die Behörden die Truppe aber wachsam im Auge behalten, sind sie damit nur wenig erfolgreich und ziehen ohne weitere Schwierigkeiten zu verursachen nach Venedig weiter.
Wettstreit um die klügsten Köpfe
Vielerorts im Deutschen Bund werden neue Fakultäten begründet oder die bestehenden Institute ausgebaut. Dies führt zunehmend zu einem Mangel an Personal, das den Lehrbetrieb auch durchführen kann. Alle Hochschulstandorte sind nun gefordert, um Professoren entweder anwerben (neue/expandierende Fakultäten) oder halten (bestehende Unis) zu können. Erweisen sich die Anstellungsbedingungen an einer Universität (Gehalt, Infrastruktur, Freiheit der Lehre) im Vergleich zu anderen als ungenügend, muss dort mittelfristig mit einem Fachkräftemangel und dadurch mit einer Verringerung ihrer Effektivität gerechnet werden.
Griechenlandexpedition
Da ihnen durch die Regierungen Sachsens und Badens die Reise finanziert wird, sammelt sich zum Jahresende nahe der Grenze zu Schaffhausen eine philhellenenische Freiwilligentruppe von einigen hundert Mann, die anschliessend nach Venedig weiter reist, um von dort aus die Seereise nach Griechenland anzutreten. Sie wird voraussichtlich ab nächstem Jahr an der Seite der griechischen Unabhängigkeitskämpfer gegen die osmanische Oberherrschaft kämpfen.