Das Regelsystem von Splittermond
Zuletzt noch ein paar allgemeine Worte über die Regeln bzw. Splittermond allgemein.
- Wie oben schon geschrieben sind das Grundregelwerk und einige Abenteuer gratis verfügbar. Wer Splittermond ausprobieren will, kann es also einfach tun. Tatsächlich ist meine Gruppe so an Splittermond gekommen und hängengeblieben. Weiter gibt es ein umfangreiches fangeführtes Splitterwiki und ein Forum.
- Splittermond benutzt ein klassenloses EP-Kauf-Baukasten-System. Die Spielenden erhalten nach SL-Entscheid zu gewissen Zeitpunkten Erfahrungspunkte, die sie in Attribute (Stärke, Willenskraft, ...), Fertigkeiten (Redegewandtheit, Akrobatik, ...), Meisterschaften (bestimmte Fähigkeiten oder Boni in Fertigkeiten) und Ähnliches investieren können. Zu den Fertigkeiten zählen auch 19 Magieschulen (Feuermagie, Beherrschungsmagie, ...), in denen man sich für weitere EP zusätzliche Zaubersprüche kaufen kann.
- Der oben beschriebene Charakter-Baukasten ist aus meiner Sicht eine der entscheidenden Eigenschaften des Systems. Wer seinen Charakter nicht nur mit einer spannenden Persönlichkeit und Hintergrundgeschichte ausstatten will, sondern die Einzigartigkeit des Charakters auch in die Spielmechanik übersetzt sehen will, findet hier viele Möglichkeiten. Wer das nicht möchte, wird das System vielleicht als zu kleinteilig empfinden.
- Charaktere haben Fokuspunkte (in deren Systemen: Mana, Astralpunkte, wasauchimmer) für das Wirken von Zaubern, die sich nach einer Rast (teilweise) regenerieren.
- Wer will, findet in Splittermond hunderte Seiten an Regeln. Dennoch gelingt es dem System meiner Ansicht nach gut, alles nach gewissen standardisierten Grundmechaniken aufzubauen, die sich überall wiederfinden. Z.B. funktioniert das Zaubern (abgesehen von den Fokuspunkten) genauso wie das Würfeln auf eine beliebige andere Fertigkeit, und lange andauernde Aktionen mit mehreren Würfelwürfen (erweiterte Proben) funktionieren beim Schmieden eines Schwertes genauso wie beim Erklimmen eines Gebirges. Ich würde das System daher als komplex, aber nicht unbedingt als kompliziert bezeichnen. Trotzdem: Ein regelleichtes System ist es nicht.
- Wie in vielen anderen Systemen hat auch Splittermond viele Regeln für Kämpfe und verwendet dabei kein rundenbasiertes System, sondern eine Tickleiste. Die kann zum Beispiel so aussehen (relevant ist nur der Rand, der Teil in der Mitte ist eher ein Spickzettel):
Jeder Charakter hat eine Figur auf dieser Tickleiste und es ist immer die Figur dran, die auf der niedrigsten Zahl steht. Die führt dann eine Aktion durch, die eine spezielle Anzahl Ticks kostet, und rückt entsprechend viele Felder auf der Tickleiste vor. Schwere Waffen wie Streitäxte machen viel Schaden auf einmal und kosten viele Ticks (10-15 meist), leichte Waffen wie Dolche machen weniger Schaden und kosten nur etwa 5-8 Ticks. Hat einen gewissen Brettspielcharakter.