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Thema: [Shadowrun: Dragonfall] Neon on my naked skin

  1. #271
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    So endet eine Welt.

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    Ich werde wieder einmal abschließende Gedanken in Freitextform bringen, aber das wird wohl nicht mehr heute geschehen.
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    With a rope around my neck
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  2. #272

  3. #273
    Registrierter Benutzer Avatar von Xandulan
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    Toll, danke Ghaldak!

  4. #274
    Auf dem Papier
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    Urks, das wird chaotisch

    Meine Fähigkeit zum Multitasken ist leider bescheiden - und die letzten Tage gab es einfach zuviel, was um meine Aufmerksamkeit rang. Ich kann also keinen strukturierten und pointierten Monolog bieten, weil mir letztlich die große Erkenntnis fehlt, habe aber Punkte, die sich ansprechen lassen. Das hier wird also einem Wildwuchs gleichen.
    Starte ich... wie wäre es mit... hier:

    Zitat Zitat von Rince Wind Beitrag anzeigen
    Dragonfall Imo der beste Teil der Shadowrun Spiele.
    Nach den beiden, die ich kenne, kann ich verstehen, wie du zu diesem Urteil kommst. "Shadowrun returns" versprühte trotz all seiner Stärken stets den Geist eines Nostalgie-Projekts; es nutzte jede Gelegenheit für ein "Hey, kennst du noch? Kennst du noch?". "Shadowrun: Dragonfall" enthielt ebenfalls seine Referenzen, doch es blieb als Werk geschlossener und in seiner Integrität erhalten. Ob ich mich dem Werturteil anschließe, nun, das weiß ich nicht. Skurrilerweise mochte ich Returns sehr bis zum Ende, wo es in meinen Augen mit seinem Drang nach epischer Größe viel zerstörte, während Dragonfall erst nach dem geistlosen Offenwelt-Teil durch einige geschickte Twists an Fahrt gewann. Soll heißen: Ich halte das "Der Feind kommt angeblich bedrohlich nahe, aber nun zu etwas völlig Anderem: Beschafft einmal Geld durch Standard-Runs" mit der groß aufgebauten, für die Handlung völlig belanglosen Aztechnology-Einsatz für eine suboptimale Lösung...
    ... aber andererseits ermöglichte dieser gesenkte Erwartungsstand dem Spiel erst, mir den Teppich unter den Füßen wegzuziehen.

    Natürlich bin ich da auch voreingenommen, weil meine beiden mitgenommenen Charaktere für unterschiedliche Erfahrungen sorgten. Returns gab mir zwar nur ein zähneknirschend hinnehmbares Porträtbild für AKD, passte mit seinem melancholischen Ton so perfekt zu dieser melancholischen Figur, dass ich Teile des P&P-Flufftextes mit Spielbildern verwendet zur Einleitung verwenden konnte. NYON hingegen passte optisch perfekt, ließ sich toll adaptieren und war für seine Gruppe von unsagbarer Nützlichkeit (außer in dieser Mission mit dem Minigun-Troll, Nahkäpfer und Flächenwaffen *husthust*), aber innerhalb der Geschichte knirrschte es, weil das Spiel bei aller scheinbaren Offenheit einen sehr genauen Typen erwünschte, dem auch ein abgeschliffener NYON oft widersprach. Etwa geht Eiger felsenfest davon aus, im Nahkampf überlegen zu sein... oder der P&P-NYON, der ja wie das Spiel aus Amerika stammt, wäre nach dem erfolgreichen Drachenfall (in die Heimat?) weitergezogen. Auch dass das Spiel annimmt, eine Spielfigur ohne militärischen Hintergrund vor sich zu haben, ist im Shadowrun-Universum gewagt (wenn auch für NYON zutreffend).

    Das führte dann zu der gefürchteten Frage: "Was macht mein Charakter eigentlich hier?" Die Moni, bei aller Liebe, war kein Sam. Sam war ein selbstzerstörerischer Alkoholiker, der von allen verlassen wurde, an den sich ein Spielercharakter auf dem Weg durch dunkle Tage klammerte... und umgekehrt. Monika hingegen war eine Runnerin, die das Risiko kannte, es bewusst einging und verlor. Die Beziehung zu ihr, sowohl für Spieler als auch Charakter, setzt damit schwächer ein und nutzt sich schneller ab.

    Die Moni... japp, sie wird gefridget. Wenn man darauf achtet, dann merkt man, dass sämtliche Figuren das Geschlecht aufweisen, dass gemäß Klischee ein männlicher Ersteller ihnen zuweisen würde. Zum Beispiel: Wenn eine Frau gerettet werden muss (wie vor Aztech-Drohnen), ist das normal, doch wenn ein Mann gerettet werden muss, dann entpuppt er sich als entartetes Monster.

    Aber was halte ich von der Handlung? Nun, ich weiß nicht. Ich finde die Entscheidung gut, dass sich der Irre Drache mit eigener Psychosekte als roter Hering herausstellte, da ein rassistischer Kriegsheld mit Ambitionen einen passenderen Kern für eine Shadowrun-Geschichte abliefert. Damit lag das Thema bei dem Dualismus zwischen Vauclair und Winters, zwischen dem Wunsch nach Weltverbesserung und dem Wunsch nach familiärer Einheit...
    ... und da wäre es stärker gewesen, wenn Monika ebenfalls aufgrund großer Ambitionen gestorben wäre, statt... einfach so und für den Kühlschrank. Dann wurde der Spielercharakter zum neuen Patriarchen einer freien Gesellschaft, ohne dass dies irgendwohin führte und... ach.

    Wahrscheinlich besteht mein Fazit darin, dass es sich mit seinen festen Teammitgliedern aus bunten Spezialisten, klassischen Runs und schrulligen NSCs mehr wie "klassisches P&P-Shadowrun" anfühlte. Über alles Weitere möchte ich im Moment nicht urteilen.
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  5. #275
    Registrierter Benutzer Avatar von Herbert Steiner
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    Danke Ghaldak für deine Geschichte, ich habe zunehmends gefesselter mitgelesen, vor allem den Twist am Ende habe ich nicht kommen sehen und hat die Geschichte für mich stark bereichert.
    Bis hoffentlich bald in deiner nächsten Story!

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