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Thema: Civ Forum User Film Top 10 2018

  1. #31
    rezivilisierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Ich bin dann mal weg

    Kann ich sehr empfehlen, auch wenn der Film ne halbe Stunde mehr vertragen hätte
    Schon klar, welchen Film du da gemeint hast. Aber unter "Vorgängerfilm" verstehe ich allerdings etwas anderes.

    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Oh, das sind nicht zwangsläufig Liebhaber, eher Kenner: Die müssen die Filme nicht mögen sondern einschätzen. Natürlich berücksichtigen diese Leute auch verfügbare Informationen, aber am Ende würde ich mein Geld immer auf den Kenner setzen - alleine schon weil er das System-Ergebnis kennt und berücksichtigt.
    (...)Ja, aber Dein Programmkino macht genau das was die großen auch machen: Man nimmt ins Programm auf was funktioniert.
    Sehr richtig, es funktioniert auch. Und eben deswegen funktioniert es auch - und zwar mit einer teilweise völlig anderen Filmauswahl - weil deren Macher den Bezug zu ihrem Publikum haben. Sie sehen im Gegensatz zu den Entscheidungsträgern der großen Kinoketten nicht nur die nackten Zahlen, sie sehen die Reaktionen der Leute, sie leben im selben Ort, sind Teil des Ortes und stehen im Austausch mit den denen, für die sie die Filmauswahl machen.

    Der Unterschied lässt sich am besten beschreiben mit Fastfoodketten und dem kleinen, exklusivem Restaurant im eigenen Viertel. Das Konzept mit Burgern und Schnellgerichten geht fraglos auf, man designed massenkompatible Produkte und reagiert sogar auf die Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern. Das ist toll, die Leute werden satt und begreifen einen Besuch dort als Event.
    Aber wer einen besonderen Abend verbringen will und gehobene Ansprüche hat, oder wem das Fastfoodessen nicht bekommt bzw. wem es (wie mir) einfach geschmacklos vorkommt, der wählt dann halt eher ein anderes Etablissement. Gut ist es, wenn für jeden Geschmack gesorgt ist - schlecht ist es, wenn alle den selben Einheitsbrei vorgesetzt bekommen. Es ist sicher eine Kunst für sich, die Produkte von Burger King oder McDonald zu kreieren und zu vermarkten - aber das was die Lebensmitteldesigner da hinzaubern ist nunmal nicht zu vergleichen mit individueller Kochkunst, das sind also zwei völlig verschiedene Paar Stiefel.
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  2. #32
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    Bezüglich der Diskussion um die Spielzeiten von Filmen. Es gibt ja eine Firma, die von den Kinos verlangt, dass die Filme eine bestimmte Häufigkeit haben (sowohl täglich als auch wöchentlich) - wenn man also von dieser Firma Filme bekommen möchte (die Filme sind regelmäßig finanzielle Erfolge), dann muss man sich damit abfinden, dass die Filme häufig gezeigt werden.

  3. #33
    rezivilisierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Das wusste ich noch nicht Tronde, aber es passt ins Bild.

    Wir sind in Deutschland übrigens ausgesprochene Kinomuffel, wenn man den internationalen Vergleich nimmt. Im Schnitt gingen wir Deutschen laut einer Studie 2015 nur mickrige 1,68 pro Jahr ins Kino. Spitzenreiter ist hier Island mit Ø 4,78, gefolgt von den USA mit Ø 4,67 und Südkorea mit Ø 4,61. Daß Deutschland dennoch ein wichtiger Markt ist, liegt an den vergleichsweise hohen Ticketpreisen. Beachtlich ist auch die Preissteigerungsrate für Kinokarten, 2015 lag der durchschnittliche Ticketpreis bei 8,39€ und hatte zumindest im Vergleich zum Vorjahr eine deutlich höhere Teuerungsrate hinter sich wie die allgemeine Inflation. Das lag unter anderem an Disney, denn Disney verlange für Kassenschlager wie Star Wars deutlich höhere Gebühren, welche die Kinobetreiber natürlich an die Kunden weitergaben. Quelle
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  4. #34
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    Ja, Disney hat ihren Anteil 5 oder 6 Prozentpunkte nach oben geschoben - wenn ich es richtig im Kopf habe.

  5. #35
    #freetronde Avatar von hi2u
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    Also ich gehe so 1-3 mal im Monat ins Kino würde ich tippen, selten auch jede Woche, wenn gute Filme kommen. Dabei zahle ich immer so ca. 7€. Ich finde das angemessen.

    Mit den Spielzeiten ist es nunmal so, meiner Ansicht nach könnte man das auch besser machen, aber wie Tronde schon geschrieben hat, unterliegen die Kinos eben bestimmten Sachzwängen. Aber das Kinoprogramm kann sowieso nicht für alle gleich "gut" sein, da es so viele verschiedene Geschmäcker gibt. Den Vergleich mit FastFoodLäden hingegen finde ich ein wenig unfair, auch wenn du diese nicht als schlecht verurteilst, finde ich auch Hollywoodkino trotzdem noch gut, "Anspruch" eines Films ist eh so eine Kategorie, die ich schwierig zu beurteilen finde. Und die HollyWood Blockbuster sind eben auch ein Ausdruck von Kunst, guter Schauspielleistung etc.

    Schade finde ich hingegen in letzter Zeit einen kleinen Trend, Filme für das chinesische Publikum zu produzieren. Man muss sich nur mal bei z. B. Aquaman die Zahlen anschauen, wo wie viel Geld verdient wurde. Der überwiegende Anteil kommt da aus China. Aus Wikipedia: "Die weltweiten Einnahmen liegen bisher bei 1,096 Milliarden US-Dollar, von denen er allein 318,19 Millionen US-Dollar im nordamerikanischen Raum einspielen konnte" Klar kommen da noch die Europäischen Einnahmen hinzu, wobei die gewöhnlicherweise geringer sind als die aus Nordamerika.

    Wem es also ums Geld geht, der muss sich grade auch um das chinesische Publikum bemühen. Ich bin gespannt, wie das in Zukunft aussehen wird und das in Hollywood tatsächlich ein größerer Trend wird.

  6. #36
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    Fürs Box Office sind die chinesischen Einnahmen relativ wichtig - allerdings ist nicht so ganz klar welchen Anteil die Studios dann von den Einnahmen bekommen.

  7. #37
    Trollkönig Avatar von Questor
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    Zitat Zitat von Rinz Beitrag anzeigen
    Sehr richtig, es funktioniert auch. Und eben deswegen funktioniert es auch - und zwar mit einer teilweise völlig anderen Filmauswahl - weil deren Macher den Bezug zu ihrem Publikum haben. Sie sehen im Gegensatz zu den Entscheidungsträgern der großen Kinoketten nicht nur die nackten Zahlen, sie sehen die Reaktionen der Leute, sie leben im selben Ort, sind Teil des Ortes und stehen im Austausch mit den denen, für die sie die Filmauswahl machen.
    Klingt sehr romantisch, hat häufig mit der Realität nur wenig zu tun. Als kleiner unabhängiger Kinobetreiber dürfte der Vorlauf mit dem man einen Film vor dem Release zu Gesicht bekommt ausgesprochen kurz sein - da sitzt also niemand der sich sorgfältig das künftige Kinoprogramm studiert und dann sofort an den freundlichen Apfelverkäufer vom Markt denkt und sich sagt "Ja, das ist ein toller Film für den Eberhard".
    Gerade bei Dorfkinos ist das Alternativprogramm auch den von Tronde angesprochenen Regularien geschuldet. Wenn ich 8 Säle habe sind mir die ziemlich egal, bei einem Saal sieht das ganz anders aus.

    Der Unterschied lässt sich am besten beschreiben mit Fastfoodketten und dem kleinen, exklusivem Restaurant im eigenen Viertel. Das Konzept mit Burgern und Schnellgerichten geht fraglos auf, man designed massenkompatible Produkte und reagiert sogar auf die Bedürfnisse von Vegetariern und Veganern. Das ist toll, die Leute werden satt und begreifen einen Besuch dort als Event.
    Aber wer einen besonderen Abend verbringen will und gehobene Ansprüche hat, oder wem das Fastfoodessen nicht bekommt bzw. wem es (wie mir) einfach geschmacklos vorkommt, der wählt dann halt eher ein anderes Etablissement. Gut ist es, wenn für jeden Geschmack gesorgt ist - schlecht ist es, wenn alle den selben Einheitsbrei vorgesetzt bekommen. Es ist sicher eine Kunst für sich, die Produkte von Burger King oder McDonald zu kreieren und zu vermarkten - aber das was die Lebensmitteldesigner da hinzaubern ist nunmal nicht zu vergleichen mit individueller Kochkunst, das sind also zwei völlig verschiedene Paar Stiefel.
    Das klingt nur ganz latent abwertend

    Die großen Kinoketten haben sich auf Blockbuster spezialisiert. Mit einem 1.000-Plätze-Saal brauche ich Filme die auch eine realistische Chance haben die auch kontinuierlich zu besetzen. Kommen nur 35 weil ich "Daniel der Zauberer" aufführe, dann kann mich das auf Dauer den Kopf kosten. Sowohl weil ich zuwenig Zuschauer habe, als auch weil ich so einen Mist verbreite. Habe ich mein kleines Spartenkino mit 40 Plätzen schrecken mich die 35 nicht ab, ein paar auf's Maul für den Film riskiere ich natürlich immer noch.

    Nichts für ungut, ich gehe auch am liebsten ins Savoy, aber die großen Ketten haben durchaus ihre Berechtigung.

    Zitat Zitat von Tronde Beitrag anzeigen
    Fürs Box Office sind die chinesischen Einnahmen relativ wichtig - allerdings ist nicht so ganz klar welchen Anteil die Studios dann von den Einnahmen bekommen.
    China ist wegen seiner großen Hebelwirkung spannend, nicht wegen der Anteile die beim Studio landen. Normalerweise geht man davon aus dass 50% der Kinoeinnahmen beim Studio landen, in China eher 25% (hier mal eine Quelle)
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  8. #38
    rezivilisierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Klingt sehr romantisch, hat häufig mit der Realität nur wenig zu tun. Als kleiner unabhängiger Kinobetreiber dürfte der Vorlauf mit dem man einen Film vor dem Release zu Gesicht bekommt ausgesprochen kurz sein - da sitzt also niemand der sich sorgfältig das künftige Kinoprogramm studiert und dann sofort an den freundlichen Apfelverkäufer vom Markt denkt und sich sagt "Ja, das ist ein toller Film für den Eberhard".
    Was heißt hier ausgesprochen kurz, wieviel Zeit braucht man denn um einen Film zu schauen und auf sich wirken zu lassen, das dauert ja nicht ewig. Mit der Zeit weiß man welche Filme funktionieren für das "eigene" Publikum und welche nicht. Man muss auch nicht anfangen, Begriffe wie Nostalgie und Romantik zu bemühen, Programmkinos sind einfach ein anderes Geschäftsmodell. Jedes Kino findet einen Kundenkreis unterschiedlichster Coleur vor und hat somit die Wahl, wen er ansprechen will. In einer Großstadt wie Hamburg ist das recht einfach, Kinos wie das Metropolis, Holi, Studio Kino, 3001 oder die Passage finden ohne große Probleme auch Kinogänger die sich abseits des Mainstreams wohl fühlen. Teil des Geschäftsmodell der Passage war es z.B. (zu meiner Hamburger Zeit), eben hochwertige Filme ins Programm zu nehmen, die 3-6 Monate alt waren, also bevor sie in der Versenkung - oder wie heute - in die DVD/Bluerayregale verschwinden. Auf diese Art war immer auch das ganz große Kino am Jungfernstieg zu sehen, nur kam man eben zum fortgeschrittenen Zeitpunkt preisgünstiger an Kopien als zum Kinostart. Ein kluges Geschäftsmodell wie ich finde, was auch in der heutige Zeit noch fiunktionieren sollte.
    Im Metropolis dagegen gibt es hauptsächlich Low Budget oder sogar No Budget, das muss man mögen, aber dort habe ich einige obskure aber auch unfassbar gute bzw. extrem innovative Filme geschaut, Filme die es nirgendwo anders in Hamburg zu sehen gab - zu einer Zeit in der es noch keine Trailer gab war das immer ein großes Abenteuer.

    Eben gerade diese eher kleineren Kinos würden sich mit Blockbustern wie Star Wars ruinieren - die hohen Verleihkosten und verhältnismäßig geringen Margen rechnen sich hier einfach nicht, man ist tatsächlich angewiesen darauf, den Nerv der Zeit und den Geschmack seines Stammpublikums zu treffen. Wobei es auch hier selbstverständlich die von dir angesprochenen tentpoles gibt: Jeder neue Film von Almodovar, jeder neue Coen-Brothers-Streifen und - zumindest in Hamburg - jeder neue Fatih Akin-Film ist definitiv eine Zeltstange für Kinos wie Studio, 3001 oder auch Alabama.

    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Gerade bei Dorfkinos ist das Alternativprogramm auch den von Tronde angesprochenen Regularien geschuldet. Wenn ich 8 Säle habe sind mir die ziemlich egal, bei einem Saal sieht das ganz anders aus.
    Es gibt keine Dorfkinos mehr, die gab es vielleicht mal früher, dieser Begriff kann nur von Großstädtern wie dir kommen, was du wahrscheinlich meinst sind Kinokomplexe in den Kleinstädten. Genau da setzt meine Kritik an, denn hier ist das Angebot teilweise ernüchternd, es wird fast ausschließlich Billigschrott aus Hollywood gezeigt, Massenware von der Stange, gemacht für ein Publikum das alles frisst was es vorgesetzt bekommt.
    Manchmal kommt es vor, daß ich mich auf einen solchen Film einlasse, z.B. wenn unser Wunschfilm schon ausverkauft war, es ist wirklich erschreckend, mit was sich unser vornehmlich junges Publikum abspeisen lässt, aber das ist meine Meinung.
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  9. #39
    Music drives me crazy Avatar von Iuvavus
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    Ich pausiere dann heuer mal.

    Ich war letztes Jahr nur vier mal im Kino, und bei zwei von den Filmen weiß ich gar nicht, ob die in Deutschland überhaupt gelaufen sind.
    Ich bin Österreicher und so wenig ein Deutscher, wie ein Ire ein Engländer wäre!

  10. #40
    Trollkönig Avatar von Questor
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    Zitat Zitat von Rinz Beitrag anzeigen
    Was heißt hier ausgesprochen kurz, wieviel Zeit braucht man denn um einen Film zu schauen und auf sich wirken zu lassen, das dauert ja nicht ewig.
    Schaust Du den Titel zum Release hast Du trotzdem einiges an Verzug

    Mit der Zeit weiß man welche Filme funktionieren für das "eigene" Publikum und welche nicht.
    Ich bezweifle dass es das "eigene" Publikum in dieser Form gibt. Kinos wie das Savoy die Filme im Original anbieten kommen dem noch am nächsten, aber ein Stammpublikum würde ich da auch lange nicht sehen.

    Man muss auch nicht anfangen, Begriffe wie Nostalgie und Romantik zu bemühen, Programmkinos sind einfach ein anderes Geschäftsmodell. Jedes Kino findet einen Kundenkreis unterschiedlichster Coleur vor und hat somit die Wahl, wen er ansprechen will. In einer Großstadt wie Hamburg ist das recht einfach, Kinos wie das Metropolis, Holi, Studio Kino, 3001 oder die Passage finden ohne große Probleme auch Kinogänger die sich abseits des Mainstreams wohl fühlen.
    Ja, aber die Dicken Fische sind Teil dieser Marktaufteilung. Wenn Du einen 1.000-Plätze-Saal hast, dann laufen da eben Blockbuster. Es ist viel vernünftiger die Titel bei denen Admissions im siebenstelligen Bereich erwartet werden in den dicken Kinos laufen zu lassen als irgendwas auf dem Level von Alois Reise (nichts gegen Alois Reise - unbekannterweise). Wenn deutschlandweit mit ein paar Tausend Zuschauern gerechnet wird kommen für den Titel nur Säle mit maximal 50-60 Plätzen infrage - in größeren Sälen wird das erwartbar unrentabel und das ist die Nische die sich kleinen Kinos bietet.

    Teil des Geschäftsmodell der Passage war es z.B. (zu meiner Hamburger Zeit), eben hochwertige Filme ins Programm zu nehmen, die 3-6 Monate alt waren, also bevor sie in der Versenkung - oder wie heute - in die DVD/Bluerayregale verschwinden. Auf diese Art war immer auch das ganz große Kino am Jungfernstieg zu sehen, nur kam man eben zum fortgeschrittenen Zeitpunkt preisgünstiger an Kopien als zum Kinostart. Ein kluges Geschäftsmodell wie ich finde, was auch in der heutige Zeit noch fiunktionieren sollte.
    Gibt es heute als Uni-Kino und wird auch in Bürgerhäusern etc. als wöchentliches Event gefahren.

    Im Metropolis dagegen gibt es hauptsächlich Low Budget oder sogar No Budget, das muss man mögen, aber dort habe ich einige obskure aber auch unfassbar gute bzw. extrem innovative Filme geschaut, Filme die es nirgendwo anders in Hamburg zu sehen gab - zu einer Zeit in der es noch keine Trailer gab war das immer ein großes Abenteuer.
    Schön dass es sowas gibt, die Nachfrage danach dürfte allerdings überschaubar sein

    Eben gerade diese eher kleineren Kinos würden sich mit Blockbustern wie Star Wars ruinieren - die hohen Verleihkosten und verhältnismäßig geringen Margen rechnen sich hier einfach nicht, man ist tatsächlich angewiesen darauf, den Nerv der Zeit und den Geschmack seines Stammpublikums zu treffen. Wobei es auch hier selbstverständlich die von dir angesprochenen tentpoles gibt: Jeder neue Film von Almodovar, jeder neue Coen-Brothers-Streifen und - zumindest in Hamburg - jeder neue Fatih Akin-Film ist definitiv eine Zeltstange für Kinos wie Studio, 3001 oder auch Alabama.
    Oh, die Blockbuster wären kein finanzielles Problem, es ist mehr die Flexibilität die Flöten geht und das Ganze unattraktiv macht.

    Es gibt keine Dorfkinos mehr, die gab es vielleicht mal früher, dieser Begriff kann nur von Großstädtern wie dir kommen, was du wahrscheinlich meinst sind Kinokomplexe in den Kleinstädten.
    Ich bin zwar viel in Hamburg unterwegs und arbeite dort auch - gewohnt habe ich dort jedoch nie

    Und ich rede von dem nächsten Kino bei uns um die Ecke das genau zwei Säle hat und von derartigen Regelungen deutlich eingeschränkt wäre

    Genau da setzt meine Kritik an, denn hier ist das Angebot teilweise ernüchternd, es wird fast ausschließlich Billigschrott aus Hollywood gezeigt, Massenware von der Stange, gemacht für ein Publikum das alles frisst was es vorgesetzt bekommt.
    Manchmal kommt es vor, daß ich mich auf einen solchen Film einlasse, z.B. wenn unser Wunschfilm schon ausverkauft war, es ist wirklich erschreckend, mit was sich unser vornehmlich junges Publikum abspeisen lässt, aber das ist meine Meinung.
    Aaaalso, zunächst sind die Blockbuster nicht billig. Wenn man mal vom Horrorfilmgenre absieht das mit geringen Budgets relativ sicher fährt - auch wenn das technisch gesehen selten Blockbuster sind
    Zum Zweiten fressen die nicht alles was ihnen vorgesetzt wird. Ansonsten wären die Filme wirklich billig.
    Zum Dritten läuft der Kram erfolgreich weil er genau das ist was viele Leute vom Kino erwarten. Manchem ist nach geistloser Action, anderen nach der xten Schweiger-RomCom. Und wenn die Leute ins Kino gehen um abzuschalten, dann ist Birdman eben nicht das richtige.
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  11. #41
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    Zitat Zitat von Rinz Beitrag anzeigen
    Es gibt keine Dorfkinos mehr, die gab es vielleicht mal früher, dieser Begriff kann nur von Großstädtern wie dir kommen, was du wahrscheinlich meinst sind Kinokomplexe in den Kleinstädten.
    In dem Beitrag ist wieder soviel dabei.

    Was genau ist denn ein Dorfkino? Ich persönliche verstehe darunter ein eher kleines Kino, mit wenigen Sälen. Das gibt es meiner Meinung nach durchaus noch. Es sind eben nicht alles große Ketten. Auch hat die Meinung von Questor, wie er auch selbst darlegt, wenig mit seiner Herkunft zu tun. Vielleicht wäre es ratsam die Meinung verstehen zu wollen und sich nicht an der Person aufzuhalten...

    Genau da setzt meine Kritik an, denn hier ist das Angebot teilweise ernüchternd, es wird fast ausschließlich Billigschrott aus Hollywood gezeigt, Massenware von der Stange, gemacht für ein Publikum das alles frisst was es vorgesetzt bekommt.
    Manchmal kommt es vor, daß ich mich auf einen solchen Film einlasse, z.B. wenn unser Wunschfilm schon ausverkauft war, es ist wirklich erschreckend, mit was sich unser vornehmlich junges Publikum abspeisen lässt, aber das ist meine Meinung.
    Meiner Meinung nach wollen sie halt Unterhaltung. Das war früher schon so. Das Kino hat durch das Streaming eben weiter starke Konkurrenz bekommen, insofern sind Filme die aus technischen Gründen im Kino gesehen werden können noch mehr im Vorteil als früher. (imo).
    Ein Vergleich mit der Vergangenheit ist deswegen schon schwierig, weil sich die Ausgangssituation stark verändert hat. Außerdem dominieren Franchises das Kino, so etwas wie das MCU gab es in der Form noch nicht.

  12. #42
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    Ein paar weitere Listen wären toll

    Auch wenn sie dann natürlich korrigiert werden müssen

  13. #43
    rezivilisierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Zitat Zitat von Tronde Beitrag anzeigen
    Was genau ist denn ein Dorfkino? Ich persönliche verstehe darunter ein eher kleines Kino, mit wenigen Sälen. Das gibt es meiner Meinung nach durchaus noch. Es sind eben nicht alles große Ketten. Auch hat die Meinung von Questor, wie er auch selbst darlegt, wenig mit seiner Herkunft zu tun. Vielleicht wäre es ratsam die Meinung verstehen zu wollen und sich nicht an der Person aufzuhalten...
    Ein Dorfkino ist ein Kino in einem Dorf, ergo in kommerzieller Form heute nicht mehr existent, was Questor dagegen meint sind Kinos "in der Provinz" (=in Kleinstädten).
    Ansonsten keine Sorge, Questor und ich teilen gerne mal derartige Seitenhiebe aus, es ist nicht nötig hinter jedem Busch persönliche Animositäten zu wittern.
    Mein Punkt war Questor darzulegen, daß eine "alternative" Filmauswahl eben nicht zwangsläufig aus romantischen Motiven erfolgen muss sondern ebenso aus wirtschaftlichem Kalkül erfolgen kann - denn wie gesagt, wenn ich einen Kinderfilm anbiete, locke ich Kinder an, wenn ich Action anbiete locke ich junge Männer an, wenn ich eine aufwendige Rosamunde Pilcher- oder Traumschiff-Verfilmung in die Kinos bringe locke ich ältere Menschen an usw. usf.

    Das Programm der Kinoketten ist jedoch vor allem auf die Hauptzielgruppen zugeschnitten, die Randzielgruppen laufen unter ferner liefen und das hat vor allem den Grund der besseren Berechenbarkeit.
    Eben weil von vorneherin feststeht daß Grindelwalds Verbrechen ein Kassenschlager wird, weil das Konsumverhalten der Jugend eben viel besser ausrechenbar und vermutlich auch steuerbar ist (inklusive dem Kauf von astronomisch überteuerten Zuckergetränken und Popcorn) und darüberhinaus der Profit der großen Blockbuster/tentpoles extrem gut planbar geworden sind, sinkt die Notwendigkeit, sich Gedanken um die Sorte von Filmen zu machen, die auch mal (wieder) die Personengruppen ins Kino lockt, für die eher selten mal was dabei ist.

    Das ist natürlich nicht weiter tragisch, wenn man selbst zur Hauptzielgruppe (10-30jährige) gehört oder trotz fortgeschrittenen Alters noch eine Schwäche für Science Fiction, Animations- oder Superheldenfilmen hat, denn diese Genres sind eben auch bei den Kindern und Jugendlichen beliebt. Und da es für die Älteren auch genügend andere kulturelle Highlights gibt (Theater, Oper, Musicals, Kabarett, Kleinkunst, Konzerte vielfältigster Art) braucht im Grunde eigentlich niemand jammern.
    Ich finde s halt etwas schade für den europäischen Film, denn meiner Ansicht nach wird er vom Hollywood-Einheitsbrei immer mehr verdrängt - ich sage Einheitsbrei weil es von außen danach aussieht, wenn man sich dagegen selbst ausschließlich von netflix/US-Produktionen nährt, nimmt man das natürlich als Vielfalt wahr.

    Hier mal eine Statsitik von den Verkaufszahlen, weltweit und in den deutschen Kinos, man kann im Grunde sagen, in der Nachkriegszeit haben es nur Bud Spencer, Bully Herbig und Otto Waalkes geschafft, hierzulande Hollywood herauszufordern.

    Lange Rede kurzer Sinn: Alte Menschen haben zwar theoretisch mehr Kaufkraft als Kinder und Jugendliche, aber sie sind erstens schwerer berechenbar und zweitens machen sie sich nunmal nichts aus überteuerter Cola oder Popcorn, deswegen füllen die großen Ketten ihre Kinosäale lieber mit dem Jungvolk, das ist aus der Sicht derjenigen die Profit erzielen wollen, eine absolut naheliegende Strategie. Welcher Film dagegen im kleinsten Kino Nr. 6 mit 25 Plätzen läuft ist von marginalem Interesse, ob man mit Aufbruch zum Mond in Woche 2 geht oder Lachsfischen im Jemen einschiebt, diese Frage ist für die Kinoketten belanglos, für die Konzept- und Programmkinos in den großen Städten könnte genau diese Frage um einiges spannender sein, und das soll es zu dieser Frage auch von mir gewesen sein, genug geplappert
    An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (1. Johannes 2,1-6)

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  14. #44
    Trollkönig Avatar von Questor
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    Zitat Zitat von Rinz Beitrag anzeigen
    Ein Dorfkino ist ein Kino in einem Dorf, ergo in kommerzieller Form heute nicht mehr existent, was Questor dagegen meint sind Kinos "in der Provinz" (=in Kleinstädten).
    Ansonsten keine Sorge, Questor und ich teilen gerne mal derartige Seitenhiebe aus, es ist nicht nötig hinter jedem Busch persönliche Animositäten zu wittern.
    Ich denke ich habe ausreichend erklärt welche Form von Kino ich meine

    Aber da jeder weiß dass der Erbsenzähler-Sieg auch wichtig ist: Dorf. Dorfkino. => Questor = King

    Und das Beispiel ist legitim da ich etwa die Hälfte des Detailwissens zu diesem Thema einem ausführlichen Gespräch mit dem Betreiber besagten Kinos verdanke - ich habe also ein Beispiel aus meinem (erweiterten) Umfeld genommen und nicht stumpf google gequält

    Mein Punkt war Questor darzulegen, daß eine "alternative" Filmauswahl eben nicht zwangsläufig aus romantischen Motiven erfolgen muss sondern ebenso aus wirtschaftlichem Kalkül erfolgen kann - denn wie gesagt, wenn ich einen Kinderfilm anbiete, locke ich Kinder an, wenn ich Action anbiete locke ich junge Männer an, wenn ich eine aufwendige Rosamunde Pilcher- oder Traumschiff-Verfilmung in die Kinos bringe locke ich ältere Menschen an usw. usf.
    Da haben wir aneinander vorbeigeredet, romantisch fand ich Deine Darstellung des Kinobetreibers der in der Nachbarschaft verwurzelt ist, "sein Publikum" kennt und die Filme dementsprechend auswählt

    Das Programm der Kinoketten ist jedoch vor allem auf die Hauptzielgruppen zugeschnitten, die Randzielgruppen laufen unter ferner liefen und das hat vor allem den Grund der besseren Berechenbarkeit.
    Eben weil von vorneherin feststeht daß Grindelwalds Verbrechen ein Kassenschlager wird, weil das Konsumverhalten der Jugend eben viel besser ausrechenbar und vermutlich auch steuerbar ist (inklusive dem Kauf von astronomisch überteuerten Zuckergetränken und Popcorn) und darüberhinaus der Profit der großen Blockbuster/tentpoles extrem gut planbar geworden sind, sinkt die Notwendigkeit, sich Gedanken um die Sorte von Filmen zu machen, die auch mal (wieder) die Personengruppen ins Kino lockt, für die eher selten mal was dabei ist.
    Ja, aber das ist doch eine vernünftige Planung. Große Blockbuster bekommen große Säle, kleine Titel kleine Säle. Gäbe es keine kleinen Säle würden sich kleine Titel nicht mehr rechnen, gäbe es keine großen wären die kleinen Säle auf Dauer mit Blockbuster belegt.

    Das ist natürlich nicht weiter tragisch, wenn man selbst zur Hauptzielgruppe (10-30jährige) gehört oder trotz fortgeschrittenen Alters noch eine Schwäche für Science Fiction, Animations- oder Superheldenfilmen hat, denn diese Genres sind eben auch bei den Kindern und Jugendlichen beliebt. Und da es für die Älteren auch genügend andere kulturelle Highlights gibt (Theater, Oper, Musicals, Kabarett, Kleinkunst, Konzerte vielfältigster Art) braucht im Grunde eigentlich niemand jammern.
    Ich finde s halt etwas schade für den europäischen Film, denn meiner Ansicht nach wird er vom Hollywood-Einheitsbrei immer mehr verdrängt - ich sage Einheitsbrei weil es von außen danach aussieht, wenn man sich dagegen selbst ausschließlich von netflix/US-Produktionen nährt, nimmt man das natürlich als Vielfalt wahr.
    Ich sehe das anders. Mir fehlt der Überblick zum europäischen Kino, aber das dt. Kino behauptet sich ausgesprochen solide gegen die Hollywood-Produktionen.

    Hier mal eine Statsitik von den Verkaufszahlen, weltweit und in den deutschen Kinos, man kann im Grunde sagen, in der Nachkriegszeit haben es nur Bud Spencer, Bully Herbig und Otto Waalkes geschafft, hierzulande Hollywood herauszufordern.
    Öhm, Til Schweiger konnte sich mal entspannt mit dem MCU messen, Elias M'Barek braucht sich auch nicht zu verstecken und - wo wir bei Europa sind - vergisst Du nicht die erstaunlichen Abenteuer des Harald Töpfer?

    Lange Rede kurzer Sinn: Alte Menschen haben zwar theoretisch mehr Kaufkraft als Kinder und Jugendliche, aber sie sind erstens schwerer berechenbar und zweitens machen sie sich nunmal nichts aus überteuerter Cola oder Popcorn, deswegen füllen die großen Ketten ihre Kinosäale lieber mit dem Jungvolk, das ist aus der Sicht derjenigen die Profit erzielen wollen, eine absolut naheliegende Strategie.
    Klar, aber ist das nicht normal? Es gibt eben Aktivitäten die sich an jungen Leuten orientieren und andere die eher auf ältere zugeschnitten sind - Im ÖR läuft ja auch nicht die Große Hitparade der Technomusik. Und seien wir mal ehrlich: Vor 15 Jahren war ich bedeutend häufiger im Kino.

    Welcher Film dagegen im kleinsten Kino Nr. 6 mit 25 Plätzen läuft ist von marginalem Interesse, ob man mit Aufbruch zum Mond in Woche 2 geht oder Lachsfischen im Jemen einschiebt, diese Frage ist für die Kinoketten belanglos, für die Konzept- und Programmkinos in den großen Städten könnte genau diese Frage um einiges spannender sein, und das soll es zu dieser Frage auch von mir gewesen sein, genug geplappert
    Naja, also für die Kunden ist es nicht belanglos. Und auf die sollte es doch ankommen.

    Ich sehe es optimistischer als Du, die großen Studios pumpen nicht nur geistlosen Einheitsbrei, sondern auch einen ganzen Haufen an kleinen Projekten. Das geschieht zum Teil mit Blick auf die Academy Awards, häufig aber auch der Förderung und Bindung von Nachwuchstalenten. Wenn man sich nicht auf die Stumpf-ist-Trumpf-Blockbuster einschießt stellt man fest dass sich die Kinoproduktionen ausgesprochen gut entwickeln.
    In fearful day, in raging night,
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  15. #45
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    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Ich denke ich habe ausreichend erklärt welche Form von Kino ich meine

    Aber da jeder weiß dass der Erbsenzähler-Sieg auch wichtig ist: Dorf. Dorfkino. => Questor = King

    Und das Beispiel ist legitim da ich etwa die Hälfte des Detailwissens zu diesem Thema einem ausführlichen Gespräch mit dem Betreiber besagten Kinos verdanke - ich habe also ein Beispiel aus meinem (erweiterten) Umfeld genommen und nicht stumpf google gequält
    Also Questor, das ist nicht Erbsenzählen was du machst sondern nach dem letzten Strohhalm greifen, nach dem allerletzten
    Norddorf auf Amrum ist mit über 300.000 Übernachtungen pro Jahr eine der größten deutschen Touristenhochburgen und rangiert im Tourismus-pro-Kopf Ranking deutschlandweit auf Platz 1, noch vor den großen Namen wie Binz, Boltenhagen und St.Peter Ording. Folgendes schreibt das Hamburger Abendblatt:

    Demnach beherbergte Norddorf im vergangenen Jahr mit insgesamt 335.124 Übernachtungen zwar in absoluten Zahlen nicht die meisten Gäste. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl belegt der nördlichste Ort der Nordseeinsel aber mit Abstand den ersten Platz: 2015 wurden dort 625,2 Übernachtungen je Einwohner registriert. Gemeldet in Norddorf sind derzeit rund 560 Menschen.
    Dorfkino? Eine reiche Kommune wie Amrum kann und muss sich ein Kino für die Saison leisten und btw. ist auch das Lichtblick eine Kinokette, hat Filialen in Büsum und Heide. Questor King? Netter Versuch, aber Questor Looser



    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    Da haben wir aneinander vorbeigeredet, romantisch fand ich Deine Darstellung des Kinobetreibers der in der Nachbarschaft verwurzelt ist, "sein Publikum" kennt und die Filme dementsprechend auswählt
    Äh, und was soll daran bitte "romantisch" sein? Kinobetreiber sind Dienstleister in der Kulturbranche, der Bezug zur Kundschaft ist bei Dienstleistungen selbstverständlich, Kultur wird ja nicht im luftleeren Raum veranstaltet sondern ist das Ergebnis eines ständigen Austauschs zwischen denen, die Veranstaltungen durchführen und denen die solche Veranstaltungen besuchen. Nennt man in der Wirtschaft Kundendialog, auch in der Wirtschaft mit Zapfhahn. Was hat du gedacht wie ich das meine? Kinobetreiber bietet zwecks Feedback das Gespräch zu seinen Besuchern über romantische Candlelight-Dinner an?

    Die Sache mit den Kinoketten ist nun eben, daß ein solcher Dialog mit deren Mitarbeitern völlig entfällt. Du kannst da ansprechen wen du willst, der Einfluss des Personals vor Ort auf die Filmauswahl ist gleich Zero, Null komma null, es gibt noch nicht mal einen Austausch der Mitarbeiter mit der Zentrale über die Filmauswahl. Ich prangere das nicht an, ich stelle nur fest - Kundenbezug null. Friss was dir vorgesetzt wird oder bleib zuhause, ganz einfach

    Zitat Zitat von Questor Beitrag anzeigen
    1Ja, aber das ist doch eine vernünftige Planung. Große Blockbuster bekommen große Säle, kleine Titel kleine Säle. Gäbe es keine kleinen Säle würden sich kleine Titel nicht mehr rechnen, gäbe es keine großen wären die kleinen Säle auf Dauer mit Blockbuster belegt.

    2Ich sehe das anders. Mir fehlt der Überblick zum europäischen Kino, aber das dt. Kino behauptet sich ausgesprochen solide gegen die Hollywood-Produktionen.

    3Öhm, Til Schweiger konnte sich mal entspannt mit dem MCU messen, Elias M'Barek braucht sich auch nicht zu verstecken und - wo wir bei Europa sind - vergisst Du nicht die erstaunlichen Abenteuer des Harald Töpfer?
    Klar, aber ist das nicht normal? Es gibt eben Aktivitäten die sich an jungen Leuten orientieren und andere die eher auf ältere zugeschnitten sind - Im ÖR läuft ja auch nicht die Große Hitparade der Technomusik. Und seien wir mal ehrlich: Vor 15 Jahren war ich bedeutend häufiger im Kino.

    4Naja, also für die Kunden ist es nicht belanglos. Und auf die sollte es doch ankommen.

    5Ich sehe es optimistischer als Du, die großen Studios pumpen nicht nur geistlosen Einheitsbrei, sondern auch einen ganzen Haufen an kleinen Projekten. Das geschieht zum Teil mit Blick auf die Academy Awards, häufig aber auch der Förderung und Bindung von Nachwuchstalenten. Wenn man sich nicht auf die Stumpf-ist-Trumpf-Blockbuster einschießt stellt man fest dass sich die Kinoproduktionen ausgesprochen gut entwickeln.
    zu1 und zu 4) Ich habe nicht bestritten, daß die Ketten eine vernünftige Planung haben. Kinokette betreiben heißt Kohle machen, Kohle machen heißt genau so ein Konzept durchziehen. Billige Arbeitskräfte, größtenteils ohne Lohnnebenkosten, der Kunde entsorgt praktischerweiser selber seinen Müll, und die kleineren Kinosäalen mit 20-40 Plätzen,wo dann auch mal die Außenseiterstreifen laufen, die "Risikofilme", da darf man nicht unter Platzangst leiden Diese Zimmerchen sind schon optimal geheizt, wenn nur einer einen Furz lässt - da hält sich das Risiko aus Unternehmersicht in Grenzen
    Aber: Nur dadurch daß das Konzept aus Unternehmersicht vernünftig ist, muss es mir noch lange nicht gefallen. Alles was ich hier tue ist meine Meinung sagen: die Zielgruppe in der ich bin, wird in einem solchen Kozept als verzichtbarer Randfaktor angesehen. Nicht zuckersüchtig, will er etwa keinen Eimer Cola für den Sonderpreis von 7 Euro? Kann man auch kombinieren als Menü einem Wäschekorb voll Popcorn? Nicht? Na gut, gerade noch so geduldet.

    zu 2) und3) Die Fakten sprechen eine andere Sprache, schaue dir einfach die Besucherzahlen an, dann weißt du wo der Hammer hängt. Til Schweiger? Wer war das noch gleich? Hieß der nicht Schweighöfer?

    5) Darüber könnten wir lange debattieren, zum einen ist das geschmackssache, zum ich habe da einen anderen Blick auf die Branche, ich habe selber als Schauspieler gearbeitet (Rinz=King, so sieht die Gleichung aus, Questor ) und glaube einigermaßen beurteilen zu können, wo wirklich Leistung gebracht wird und wo einfach billig (re-)produziert wird. Jonny Depp hat 90 Millionen Gage bekommen für FdK 5 - er selbst sagt achselzuckend, es gibt keine andere Filmrolle bei der er so wenig als Schauspieler gefordert wurde. Aber wenn es für die Zuschauer funktioniert, was soll er machen? Dann torkelt er eben für eine Rekordgage von 90 Millionen durch einen mittelmäßigen Film
    Zweiffelos gibt es aber inder Flut der servierten Palette immer auch mal echte Schätze, keine künstlich animierten (2017 z.B.: Gifted, The Hut, auch LaLaLand war nicht übel). Bei diesen Filmen muss man sich dann halt in der Regel den Minisaal warmfurzen
    An ihren Taten sollt ihr sie erkennen! (1. Johannes 2,1-6)

    Googelst du noch oder ecosiast du schon?

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