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Thema: [Gold Rush] - Die Melodie des Goldes

  1. #61
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Carry On

    How do you know which way to go?
    Do you follow somebody else?
    All I really know
    Is that I'll carry on

    Brody Dalle – Carry On

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    Den Rest der Woche sollte das Wetter besser sein. Er versuchte weiter Sachen aus Arnold herauszubekommen, die irgendwie interessant waren – aber der Donnerstag bot ihm nichts dergleichen. Zumindest konnte er nichts daraus erschließen. Die Geschichten, die dieser fortwährend am abendlichen Feuer erzählte waren unzusammenhängend, undeutlich und ausufernd. Immer mal wieder dachte Max, dass er wieder an etwas herankäme als von Luann, George oder Terese die Rede war, aber es zumeist wechselte Arnold nachdem er den Namen genannt hatte ganz schnell das Thema und Max hatte vorher aus dem Gemurmel nicht genau gehört, worüber er gesprochen hatte, bevor der Name fiel.

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    Vielleicht hätte er mehr verstanden, wenn er die ganze Zeit zugehört hatte – aber das war dann wieder zu anstrengend, denn Arnolds Reden wurde im Laufe jedes Abends undeutlicher. Es schien zumindest, als ob Arnold auch gar nicht mehr groß den Versuch machte, besonders deutlich zu sein, während er immer weiter sprach. Es schien Max fast so, als ob Arnold einfach nur sehr, sehr glücklich sei, irgendjemand etwas erzählen zu können. Naja, vielleicht war das gar nicht so verwerflich. Auch wenn Arnold den ganzen Tag in der Stadt herumhing – hier in seinem Zuhause gab es niemanden mit dem Arnold sonst hatte sprechen können.

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    Am Freitag setzte Max diesen Gedanken in zwei Richtungen fort: Einerseits: Tatsächlich war er in Arnolds Zuhause. Das hier gehörte alles Arnold. Warum war er da vorher nicht drauf gekommen. Er war quasi mitten im Wohnzimmer des Mannes – und der schien sich darüber zu freuen. Arnold musste furchtbar einsam sein. Andererseits: Wie konnte Arnold das alles bezahlen, er arbeitete ja nie. Gut, im Moment bekam er die Provision dafür, dass Max hier arbeitete – aber was war, bevor er hier gewesen war? Es sah ja nicht so aus, als ob das eine neue Sache wäre, dass Arnold so viel trank. Am Abend versuchte Max Arnold darauf anzusprechen, die Gelegenheit bot sich allerdings einfach nicht.

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    Am Samstag war Arnold schlecht gelaunt. Obwohl. Das ist vielleicht eine Untertreibung. Arnold war sehr schlecht gelaunt. Er war hochgradig launig und reagierte auf alles was Max ansproch äußerst genervt. Und wenn er einfach so erzählte wurde er auch einfach wütend. Er sprach über den Governor, über den Bürgermeister, über den Postmann. Jeder hatte irgendwas getan, was ihm gegenüber furchtbar böse war. Alle Welt war gegen ihn. Ohne so genau zuzuhören, was Arnold wirklich erzählte, bekam Max eine Sache mit, die ihm zu Herzen ging: Arnold sagte, dass er der einzige hier sei, auf den er sich verlassen könnte im Moment. Er hatte das Gefühl, dass er es, im Gegensatz zu all den anderen jungen Männern, die hier ihr Glück versucht hatten, schaffen könnte. Er könnte mit der Goldgräberei reich werden. Er habe das Talent. So wie er es früher gehabt habe.

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    Dann begann Arnold tatsächlich zu erzählen. Er hatte hier früher alles gehabt. Er hatte hier angefangen und bei Mr. Stewart sich schnell zu einem der führenden Gräber entwickelt. Früher sei auf dieser Parzelle richtig viel los gewesen. Mr. Stewart meinte irgendwann, dass die Parzelle nichts mehr hergeben würde, aber Arnold wusste es besser. Mr. Stewart wollte weiterziehen, er besaß zahlreiche weitere Parzellen. Um Haines aber auch an ganz anderen Ecken von Alaska. Mr. Stewart war für ihn eine große Autoritäts- aber auch Bezugsperson geworden, deswegen war die Entscheidung für ihn schwierig, aber er wollte Mr. Stewart die Parzelle abkaufen. Er musste dafür einen Kredit aufnehmen, aber es funktionierte. Es war schwer für ihn gewesen, auf Mr. Stewart zu verzichten. Viel schwerer als davor von seinen Eltern zu gehen. Aber Luann hatte ihn die ganze Zeit unterstützt. Die Geschichte endete an dieser Stelle, denn Arnold fing an zu weinen. Als Max versuchte ihn zu trösten schlug er nach ihm. Seine Reaktion darauf, nicht zu trinken, war heftiger als letzte Woche!
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  2. #62
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Please Help

    Oh god I need help (help)
    Help! (Help!)
    Oh lord I need help (help)
    Help! (Help!)

    J.B. Hutto – Please Help

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    Endlich wieder Sonntag. Nicht nur für Arnold war dieser Tag etwas besonderes, auch für Max, der nach seiner zweiten harten Woche auch jede Ausruhpause gebrauchen konnte. Das war zumindest einer der Gründe, weswegen Arnold nicht ewig hätte arbeiten können. Gold mit den Händen zu schürfen war körperlich einfach sehr, sehr anstrengend. Aber heute ging es wieder zuerst zur Kirche. Arnold war auf dem Weg dahin sehr still und nach dem Gottesdienst verabschiedete er sich von Max, da er noch „etwas zu erledigen hatte“. Arnold wollte nicht sagen, was es genau war – und Max respektierte das. Irgendwann würde er schon noch genug raus bekommen, da war er sicher. Irgendwann würde er Arnold helfen können. Aber heute, heute ging es erstmal darum, einen dicken Reibach zu machen.

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    Also ging er zum Schmied. Dieser hatte sich das wohl schon gedacht, denn im Gegensatz zum letzten Mal wartete er bereits vor der Tür. Natürlich könne er ihm wieder helfen. Mr. Batty begutachtete den Goldstaub ausgiebig und meinte, dass er, wenn es einfach nur darum ging, schnell fertig zu werden und das Gold zu verkaufen, zwei Barren machen würde. 18 Unzen fasste seine größte Form, der Rest würde dann in eine zweite kommen. Das sei alles machbar. Mr. Batty sprach noch ein paar Worte darüber, dass er sehr froh sei, dass sich jemand um Arnold kümmern würde. Die beiden würden sich zwar seit einiger Zeit nicht so gut verstehen, aber es sei wirklich eine Schande, was aus ihm geworden sei. Max war ganz Ohr. Hatte hier etwa jemand etwas zum Schicksal seines Freundes zu erzählen?

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    Vielleicht hätte Mr. Batty tatsächlich etwas zu erzählen gehabt, aber es kam nicht dazu. In jenem Moment kam Mr. Battys Lehrling und sprach diesen an: „Haben Sie schon gefragt, Sir?“ Unwirsch schickte Mr. Batty den Lehrling weg, aber wandte sich dann wieder Max zu. Tatsächlich hatte er eine Frage. Vielmehr eine Bitte. Das Geschäft als Schmied lief in einer Goldgräberstadt nie „schlecht“ in dem Sinne – aber man verdiente auch nicht wirklich Geld damit. Er hatte aber die Idee, seine Schmiede aufzurüsten. Das würde auch Max natürlich zu Gute kommen. Ob er sich deswegen vielleicht mit einer Spende beteiligen wolle? Max meinte, dass er ein wenig Bedenkzeit brauche, aber klar, warum sollte er nicht helfen?

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    Daraufhin ging der Schmied an die Arbeit und Max setzte sich auf die Bank und genoss die vormittagliche Sonne. Tatsächlich dauerte es nicht lang und Max bekam seine beiden Goldbarren. Mr. Batty hatte die unangenehme Art, immer ein bisschen zu nah zu kommen und als er Max Bescheid sagte, der auf der Bank eingenickt war, war sein Kopf knapp 5 cm vor seinem Gesicht. Eine gruselige Erfahrung, dachte Max. Die Leute in Haines waren irgendwie alle etwas eigensinnig, dachte er. Woran das wohl lag? Irgendwann, wenn er reich war und mächtig – dann würde er den Leuten hier es besser machen. Er wollte den Leuten helfen… Das glänzende Gold in seinem Wagen hatte ihn schon wieder ins Träumen gebracht. Irgendwann würde er reich und unabhängig sein. Und jetzt war er auf dem besten Weg, genau das zu werden.

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    In der Old Glenn Bank, sprach er am Schalter vor. Die Bankangestellte, eine Frau mit hochgesteckten Haaren und einem immer ein klein wenig zu breiten Lächeln, nahm sein Gold gerne an und machte ihm ein gutes Angebot. Max erwiderte ihr Lächeln. Gold war schön, Gold war toll, aber bezahlen konnte er nur in guten, amerikanischen Dollar. Und jetzt hatte er fast 38.000 davon. Er war zufrieden. Mehr als zufrieden. Jetzt hieß es wieder einkaufen. Mal schauen, was die Welt ihm so als nächstes anbot.
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  3. #63
    Registrierter Benutzer Avatar von klops
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    Ich würde ein Geldpolster für schlechte Zeiten in der Hinterhand behalten aber trotzdem beim Schmied investieren, wenn die Rendite stimmt und du es dir leisten kannst. Sinnvolle Einkäufe, dann mal gucken, was über ist.

    Als Teilhaber bekommst du vielleicht auch eher Geschichten erzählt.

    Emoticon: monokel


    Was ist das für eine Angabe mit den 2000oz Magnetit? Oder Magnetit überhaupt... ne Art zweite Währung/Resource?

  4. #64
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Das ist der Preis für die Upgrades. Magnetit ist ein "Abfallprodukt" beim Goldschürfen, das speziell vom Gold getrennt werden kann. Warum auch immer man für die Upgrades mit Magnetit zahlt und nicht mit normalem Geld ist mir schleierhaft, vermute aber, dass das drin ist, damit man mit dem Spiel eine Weile beschäftigt ist.
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  5. #65
    Registrierter Benutzer Avatar von klops
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    hmm, ok, aber... du hast Nullkommasehrwenig davon da schürfst du ja noch 400h Echtzeit.

  6. #66
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    Es gibt wohl später Maschinen, die da mehr von abwerfen... Ich hatte das alles auch nicht so im Blick, bevor ich die Bilder gemacht hab. Ich glaube, der Hinweis des guten Herrn Batty kommt ein wenig früh

  7. #67
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    Haben die Kürbisköpfe irgendwas spezielles zu bedeuten? Sieht so aus, als wären die immer vor speziellen Örtlichkeiten.

  8. #68
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Soweit ich das sehe, gibt es da keine besondere Bedeutung, als dass es ein Halloween-Update ist. Gibt sowohl Orte in die man gehen kann, vor denen welche stehen, als auch solche, die reine Deko sind.
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  9. #69
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Start Me Up

    I've been running hot
    You got me ticking going to blow my top
    If you start me up
    If you start me up I'll never stop

    The Rolling Stones – Start Me Up

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    Magnetit schien eine gute Anschaffung zu sein. Mehr Gold beim Schmied zu bekommen klang nicht schlecht. Und neben dem schönen Effekt, den es auf seine eigene Goldausbeute haben würde, wenn er beim Ausbau half – es half vor allem dem Schmied und natürlich auch allen anderen Menschen in Haines. Und das war es ja, was er eigentlich vorhatte. Den Zirkel von Egoismus und Gegeneinander zu durchbrechen und den Menschen zu helfen. Sie glücklich zu machen. Und wie ging das einfacher, als durch gutes altes, kapitalistisches Geld?

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    Er begann mit zwei Eimern, einer weiteren Wasserpumpe und einem Dieselbetriebenen Stromgenerator. Oh. Und natürlich dem Magnetitabschneider an sich. Um das ganze zu verbinden waren noch zwei Schläuche, der Filter für die Pumpe und ein Stromkabel notwendig. Er gab schon wieder Geld aus – aber er hatte ja auch mittlerweile etwas. Er freute sich. Der Verkäufer freute sich. Der Schmied würde sich freuen. Das kleine Kind vorhin auf der Straße hatte sich gefreut – die Welt war gut.

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    Auch als Max auf der Parzelle ankam, war seine gute Laune ungebrochen. Es gab etwas zu tun. Er musste die Sachen abladen und dann aufbauen. Er saß eine Weile daran die Bedienungsanleitung zu lesen, denn sobald Strom involviert war, war er lieber vorsichtig. Außerdem waren weder der Magnetitabschneider noch Generator und Pumpe so billig gewesen. Da wollte er lieber nichts kaputt machen. Also hieß es erstmal das Handbuch wälzen und schauen, dass auch alles passte.

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    Und tatsächlich stand bald alles. Es war in der Zwischenzeit angenehm warm geworden geworden, aber alles war soweit vorbereitet. Die Wasserpumpe war mit dem Fluss verbunden, in dem der Pumpenfilter lag, und außerdem mit dem Magnetitabschneider. Ebenso war der Stromgenerator angeschlossen. Die Startknöpfe lagen alle auf der gleichen Seite, sodass er keine unnötigen Wege haben würde. Unter dem Magnetitabschneider standen zwei Eimer, einer für das durchgespülte Gold und einer für das abgeschnittene Magnetit. Er freute sich noch immer.

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    Jetzt fehlte nur noch eine Sache um den Prozess zu starten: Diesel. Und bald würden die Maschinen um ihn herum warmlaufen. Er war schon so gespannt. Er freute sich auch schon darauf, Arnold am Abend seinen Aufbau zu zeigen. Vielleicht würde er ja wieder etwas von seiner Zeit als Goldgräber erzählen. Ob er früher auch schon mit einem Magnetitabschneider gearbeitet hatte? Ohne den Hinweis des Schmieds, wäre Max nicht auf die Idee gekommen, das Magnetit zu sammeln – aber Arnold hatte ja erzählt, dass er selbst früher eine Ausbildung gemacht hatte. Er war gespannt.
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  10. #70

  11. #71
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    There Is A Light That Never Goes Out

    Take me out tonight
    Where there's music and there's people and they're young and alive
    Driving in your car
    I never never want to go home because I haven't got one anymore

    The Smiths – There Is A Light That Never Goes Out

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    Er war gespannt und vollgepumpt mit Energie. Insgeheim spürte er aber auch, wie die Anstrengung der letzten zwei Wochen an seinem körperlichen Wohlbefinden gezehrt hatte. Heute würde er nicht mehr arbeiten. Heute, würde er es sich gut gehen lassen. Er überlegte einen Moment, was er früher in diesen raren Momenten der Entspannung, in denen er es sich einfach hatte gut gehen lassen, getan hatte. Seine erste Assoziation war ein gemütlicher, schöner Spaziergang durch die unerforschten Wälder. Das klang nett. Aber nach ein wenig grübeln erschien es ihm wie eine viel bessere Idee, nicht noch weiter von der Zivilisation zu flüchten. Hier in Haines kannte er, außer Arnold, fast niemanden. Das würde sich doch ändern lassen! Er beschloss in die Stadt zu fahren.

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    Zunächst schlenderte er ein wenig durch die Straßen. Er hörte ein paar Kinder spielen und ging um ein großes, eckiges, nicht sehr einladend wirkendes Gebäude herum und sah über die Rückansicht, dass es sich um die Schule der Stadt handeln musste. Die Kinder versteckten sich, aber tatsächlich… Es schien zum Grundverständnis von Schulhausarchitekten zu gehören, wenig ansprechende Kästen zu bauen. Nun ja. Er ging weiter. Er wollte neue Leute kennenlernen und am liebsten solche, die älter als zehn Jahre waren.

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    Am nah gelegenen Fluss, dem Chikat River, betrachtete Max nur einen kurzen Moment das Wasser. Das Plätschern entspannte ihn, aber es war nicht, was er vor gehabt hatte. Er wollte doch neue Leute kennen lernen. Unten am Steg saß ein Mann und angelte und machte auch ansonsten nicht den Eindruck, als ob er gestört werden wollte. Schade. Aber irgendwo musste doch jemand sein, mit dem man sich gut unterhalten konnte. Es musste doch irgendwer hier sein!

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    Naja. Er hätte natürlich in irgendein Geschäft gehen können. Da fand man ja immer Leute. Aber er hatte eigentlich vor gehabt, sich nett mit Leuten zu unterhalten und Einkäufer waren immer so gestresst. Er kannte das ja auch von sich selbst. Da packt man Brot, Wurst und Käse in den Einkaufskorb und macht sich dann auf um Küchenpapier einzupacken und dann erinnert man sich, dass man noch Tomaten kaufen wollte und muss wieder zum Anfang des Ladens und dann erinnert man sich, dass man noch Milch braucht und dabei muss man sich dann auch noch beeilen, weil der gefrorene Lachs ja nicht auftauen soll. Einkaufen stresste ihn auch immer sehr. „Hey!“

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    Er war so in Gedanken gewesen, dass er den jungen Mann, mit dem er gerade fast zusammen gestoßen wäre, gar nicht gesehen hatte. Der andere hätte natürlich auch etwas besser aufpassen können, aber ihm kam wenigstens die Ausrede eines gepflegten Soziallebens zu Gute, denn er hielt ein Telefon in der Hand. „Äh… Sorry. Ich… äh...“ Max konnte es nicht leiden, sich nicht auf ein Gespräch vorzubereiten. Er war ein wenig schüchtern und wusste nicht sofort was er sagen sollte. Sein Gegenüber musterte ihn und fragte dann, ob er ihm weiterhelfen könnte. Das war für Max der Einwurf den er gebraucht hatte, denn ihm wurde klar, dass er sich noch gar nicht vorgestellt hatte. Er begann also mit seinem Namen und fing an zu erzählen, dass er neu in der Stadt sei, bei Arnold auf der Parzelle arbeitete, weil er sein Glück mit Gold machen wollte und… Der junge Mann, der sich jetzt als Kane vorstellte, hielt Max in seinem Redefluss auf. Das alles sollte er ihm doch im Diner erzählen, er habe Hunger.
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  12. #72
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    Night Life

    When that evening sun goes down
    Yeah, you'll find me hangin' around
    Because the night life
    It ain't no good life – but it's my life

    Willie Nelson – Night Life

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    Der Abend war schön gewesen, aber ebenso genoss Max es, wieder auf der Parzelle zu arbeiten. Es war einfach zu schön gewesen. Kane und er hatten sich gut verstanden. Kane hatte vom Leben in Haines erzählt. Von den Kirchausflügen, bei denen viele Bewohner, von Kindern bis Großeltern, mitkamen. Es wären nicht so viele junge Leute, die noch hier in Haines lebten, die meisten seien weggezogen. Aber diejenigen, die noch da waren, würden meistens auch zu diesen Ausflügen kommen. Ob Max nicht nächste Woche mitkommen wollte?

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    Max überlegte, es gab schon gute Gründe, etwas mit Leuten zu unternehmen. Er war zwar selbst nicht so der Kirchgänger, aber hier in Haines schien es das wichtigste für die Leute zu sein. Es würde sicher Spaß machen. Kane war nett. Und diese Jill, die im Diner gearbeitet hatte, schien auch sehr sympathisch zu sein. Kane hatte sie ihm als seine Freundin vorgestellt und sie war wohl auch immer bei diesen Ausflügen dabei. Ja. Es war wohl eine gute Idee, nächste Woche mitzukommen.

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    Genauso wie es eine gute Idee gewesen war, den Magnetitabschneider zu kaufen. Max schaltete die Maschinen ein, das Brummen der Motoren erfüllte die Luft, und dann schüttete er den Eimer mit dem aufgelösten Goldsand hinein. Jetzt würde die Maschine ihren Dienst verrichten. Während der Abschneider noch lief dachte Max darüber nach, was gestern sonst noch so passiert war. Er wusste nicht mehr viel. Im Diner wurde für seinen Geschmack ein wenig zu locker mit Alkohol hantiert. Er wusste, dass er es nicht so gut vertrug, hatte aber gestern nicht dran gedacht.

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    Der Abschneider war fertig. Er warf einen Blick in den einen Eimer, in dem sich die Magnetitreste befinden sollten. Es war erstaunlich wenig. Aber, naja. Es war mehr, als er bisher hatte. Und es würde ja noch mehr werden. Dann tauschte er den leeren Eimer in dem vorhin das Wasser mit dem Goldstaub gewesen war mit dem jetzt vollen und wand sich an das Waschen.

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    Das funktionierte ohne Probleme. Max machte sich währenddessen Gedanken, was Arnold wohl sagen würde. Immerhin hatten sie gestern nicht zu Abend gegessen wie sonst immer. Hoffentlich würde er es ihm nicht übel gewesen. Ihm kam ein Gedanke. Er könnte auch Arnold fragen, ob er nächste Woche zum Kirchausflug mitkommen wollte. Ja. Das erschien ihm wie eine gute Idee.
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  13. #73
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  14. #74
    Registrierter Benutzer Avatar von klops
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    - Kleine Zwischenmotivation -
    Ist zwar nicht sehr viel Text, aber dein persönlicher Schreibstil und die Musik (die ich sonst nicht freiwillig einschalten würde) ziehen einen schnell in die Geschichte rein.



  15. #75
    Geschichtsgeselle Avatar von maxim_e
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    Vielen Dank für das Lob, das freut mich

    (Der Text bildet mittlerweile bei Word auch schon 20 Textseiten, also so wenig ist es dann doch nicht Aber wenn es sich nicht so anfühlt ist das natürlich ein noch größeres Lob)

    Über das Wochenende fehlte ein bisschen die Motivation und dann ein wenig die Zeit. Ich versuche aber diese Woche noch ein Update zu bringen, hab aber erst ab Sonntag wirklich wieder viel Kapazität
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