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Thema: Ölimperien in diplomatischen Gesprächen

  1. #91
    Auf dem Papier
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    Rede an das Volk

    Sehr verehrte Damen und Herren, liebe britische Zensurbehörde,

    die Sorge, man möge mich missverstanden haben, will nicht weichen - und so denke, ich muss mich noch einmal grundlegend äußern und die zwei Punkte, in der es mir in der Debatte zu gehen scheint, einzeln anzugehen:
    Mandatspalästina und die Unabhängigkeit: Glaubt mir bitte, niemand versteht euch so gut wie ich. Trotzdem möchte ich festhalten: Lawrence ist tot, lasst uns auch die Erinnerung an ihn begraben. Wir arbeiten hier seit einigen Jahren emsig auf eine Mündigwerdung der beiden werdenden Staaten hin und es gibt zwei Statements von britischer Seite, die ich hier mit euch teilen möchte: Die Unabhängigkeit Ostjordaniens solle bis 1950 geschehen und man wolle beide Mandatsgebiete gleichzeitig ziehen lassen. Bitte vergesst nämlich nicht, dass wir nicht für uns allein stehen. Wir haben eine kleine Schwester - und wie ein gutes Geschwisterchen möchten wir sicher gehen, dass auch diese bereit ist.
    Der Kolonialantrag... ach: Ich möchte noch einmal festhalten, dass ich Anträgen zur Verbesserung des Schicksals der Kleinen nicht grundsätzlich ablehnend gegenüberstehe - ich meine, wie könnte ich -, doch gerade solche sollten sehr gründlich und praxisnah verfasst werden, um nicht denen, denen sie helfen wollten, mehr Schaden als Nutzen zu bringen. Lasst ihn uns also prüfen.
    Punkt 1: Es ist ein Antrag, der die halbe Welt auf einen Schlag in Klasse A-Völkerbundsmandate verwandeln soll - und doch wüsste ich nicht davon, dass irgendeiner der Antragssteller sich als Vorbereitung des Leben in einem Klasse A-Mandat genauer ansah, um zu prüfen, ob sich dies in Vergangenheit und Gegenwart bewährte und somit auch für die Zukunft angestrebt werden sollte. Ich meine, es ist ja nicht so, dass wir unerreichbar wären, und wir sind freilich auch gerne bereit, als Erfahrene unsere Erfahrungen zu teilen. So müssen wir festhalten: Niemand hielt es für notwendig, auf uns zuzugehen. Das sagt, denke ich, viel über den Geist des Antrags aus.
    Punkt 2: Lest euch doch einmal durch, wer sich da zum Anwalt der nicht-weißen Welt aufschwingt - keine Kolonialnationen, keine Mandatsgebiete, dafür Äthiopier, Chinesen und ganz viele Lateinamerikaner. Die ersten beiden, das möchte ich festhalten, sind ehrenwerte Nationen, deren Wunsch, in Sicherheit zu leben, ich nachvollziehen und respektieren kann, doch ihr, Argentinien, Brasilien, Uruguay, Mexiko und Peru, sitzt in eurem sicheren kleinen Hinterhof und riskiert nichts dabei. Ihr könnt Reden schwingen, die einem Wunschzettel an den Weihnachtsmann gleichen. Das tut ihr auch, denn...
    Punkt 3: ... ihr habt einen Antrag erstellt, der auch die USA bedroht. Wenn ihr Kolonien als "Überseeterritorien" definiert, dann fordert ihr auch die Unabhängigkeit von Hawai'i, Puerto Rico und Panama.
    Punkt 4: Damit verdammt ihr nicht nur euren Antrag zum Scheitern - dessen Veto durch Großbritannien erscheint geradezu sicher -, sondern ihr beginnt eine Tagung bereits damit, dass ihr dem Hausherrn ein Messer an die Kehle haltet. Ich möchte offen sein: Ich fürchte, dies könnte gleich eine Belastungsprobe für die Vereinten Nationen als Gesamtprojekt bedeuten - und das ist eine meiner größten Sorgen. Ich möchte sie nicht scheitern sehen.

    Darum bitte ich euch: Lasst euch nicht von einem Krawall-Antrag blenden. So, wie er ist, ist er bestenfalls (und hoffentlich) gut gemeint, aber nicht durchsetzbar. Er wird scheitern - und doch: Die Lehre aus einem schlechten Antrag kann nicht in keinen Anträgen, sondern besseren Anträgen bestehen. Sollte man in dem Willen, durch Gotteserfurcht, Friedensbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Nachhaltigkeitsstreben an einer neuen und besseren Welt zu arbeiten, auf uns zukommen, so werden wir uns diesem gerne anschließen.
    Der Teufel sagt: "Du weißt, dass auch ich ein Opfer bin."

  2. #92
    Auf dem Papier
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    Offener Brief an die Geschwister im Westen

    Meine lieben Damen und Herren,
    in diesen lauten Tagen fällt es mir schwer, zu reden. Alle scheinen sie alles zu wissen, jeder scheint von mir eine Erniedrigung und Entschuldigung zu fordern, und doch: Es gibt nur einen, der sie verdient und bei dem es mich schmerzt, was ich tat. Das seid ihr.
    Ich möchte, dass ihr wisst, dass ihr an meiner Wertschätzung und meinem Respekt euch gegenüber niemals zu zweifeln braucht. Nach all dem Weg, den wir miteinander gingen, weiß ich sehr gut, was ich an euch habe und wieviel ich euch verdanke, und wenn ich sage, wir müssten von Geschwisterchen zu Geschwisterchen aufeinander aufpassen, dann sollte eine geschwisterlich-augenzwinkernde Neckerei mitschwingen, die in dieser aufgeladenen Zeit und auf dem Papier wohl verloren ging. Ich bitte ganz ausdrücklich um Verzeihung dafür, dass ich dies beim Verfassen nicht bedachte.
    Ich möchte euch aber auch eine kleine Wiedergutmachung anbieten: Hättet ihr nicht Lust, unseren Sitz in den Vereinten Nationen auszufüllen und für uns beide zu sprechen, bis euch eurer zur Verfügung steht? Du, liebes mächtiges, großes und tolles Geschwist, hättest natürlich das letzte Wort.
    Fühle dich gedrückt
    ETJ
    Der Teufel sagt: "Du weißt, dass auch ich ein Opfer bin."

  3. #93
    Tanzt Avatar von zerialienguru
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    Der König von Ägypten und dem Sudan lässt eine Rede vorbereiten, die er bei einer der Demonstrationen von einem Balkon des Königspalastes hält. Dank moderner Technik wird diese Rede auch im Radio übertragen - und die wenigen Ägypter, die ein Radio besitzen, können sie so mit hören. Zur Sicherheit hat man vorab aber auch die wichtigen Zeitungen informiert und ihnen am Tag der Rede eine Abschrift zukommen lassen.

    Der König verkündet, dass sich Ägypten hinsichtlich der UN-Resolution zur Kolonialfrage klar auf Seiten der Antragsteller positionieren wird. Das Land am Nil hat eine uralte Geschichte, vielleicht die älteste kontinuierliche Geschichte aller heutigen Nationen. Und auch wenn man heute formal unabhängig ist, so wurde auch Ägypten kolonialisiert und da noch viele nichtägyptische Truppen im Land stehen, kann man kaum von einer vollen Souveränität sprechen.

    Der Wunsch aller Ägypter ist, so sieht es der König klar, wenn er vom Balkon blickt, dass Ägypten seine volle Souveränität zurück erlangt. Man hat im Krieg gegen die Achse mit gekämpft, man ist Gründungsmitglied der UN, man möchte im eigenen Land uneingeschränkt regieren können ohne Einmischungen von außerhalb, wie es noch vor wenigen Jahren der Fall war.

    Auf der anderen Seite hat Ägypten auch Verträge abgeschlossen. Nicht immer ganz freiwillig, aber dennoch wurden sie abgeschlossen und man wird sie nicht einfach aufkündigen. Gerade hinsichtlich des Suezkanals mag manch andere Nation nervös werden. Daher sei ihnen versichert, dass man sich an bestehende Verträge halten wird, aber auch der Wunsch besteht, diese neu zu verhandeln. Dies gilt insbesondere für Abkommen, die fremde Truppenpräsenz in Ägypten erlaubt. Für die Zeit des Krieges waren diese Verträge sinnvoll, jetzt hofft man nicht nur in Kairo auf eine Zeit des Friedens und die unter dem Eindruck militärischer Gefahren geschlossenen Verträge könnten bald ihrer Grundlage verlieren.

    Der Wunsch aller Araber ist spürbar, nicht länger unter einer Fremdherrschaft zu stehen. Seit das Reich der Mameluken untergegangen ist, sind die Araber den Einflüssen anderer Mächte ausgesetzt. Erst der Osmanen, die nach und nach alles eroberten, dann kamen die Europärer, namentlich die Spanier, Franzosen, Italiener und Briten. Es war sicherlich eine andere Zeit, doch jetzt, heute, morgen und übermorgen, beginnt ein neues Zeitalter. Ein Zeitalter, in dem die ehemaligen Kolonialnationen mit der UN eine Plattform erhalten, in dem sie, und nicht ihre Hegemomen, für sich sprechen können.

    Ägypten wünscht sich eine volle Souveränität, und Ägypten wünscht sich, dass die arabischen Brüder und Schwestern genauso wie die Kolonialnationen auf dem gleichen Kontinent die Möglichkeit erhalten, frei selbst die eigene Politik bestimmen zu können.

    Daher untersützt man die Resolution sehr ausdrücklich und wird sich im Zuge dessen auch auf einen Sitz im nichtständigen Rat bewerben. Ägypten ist ein Land dreier Welten, es gehört zu Afrika, zu Arabien und zum Mittelmeer. Man hofft, dass der friedliche Weg, mit dem Ägypten seine bisherige Souveränität erlangt hat, noch weiter fortgesetzt und für andere Nationen zur Vorlage wird.

    Der König möchte aber ganz entschieden darauf bestehen, dass nicht nur jede Nation das Recht hat, souverän zu werden, sondern dass dieser Weg friedlich zu bestreiten ist. Wer sich sein Recht mit einer Waffe in der Hand erkämpfen will, der vergisst dabei, dass jede Form von Gewalt nicht nur eine Gegenreaktion auslöst, sondern auch Leid verursacht. Eine Unabhänigkeit, die auf einem Leichenberg erkämpft wurde, hat ein fragiles Fundament.

    Über jenem Fundament bildet sich das Gebäude namens Staat. Kein Haus steht ohne Mauern, Türen und Dach. Kein Staat kann ohne Verwaltung, Wirtschaft und Gesundheitswesen existieren. Deswegen müssen die Kolonien darauf vorbereitet werden, in die Unabhängigkeit entlassen zu werden. Einige Kolonien mögen weiter sein als andere, dies gilt es zu berücksichtigen. Wenn morgen alle Kolonien souverän werden, dann werden übermorgen die ersten Häuser umfallen, weil die Mauern noch nicht stark genug sind.

    Der König hofft, dass die UN jenen Kolonien, die Hilfe benötigen, auch Hilfe gewähren wird. Ägypten ist gerne bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Deswegen ist ein Rede zwar schön, aber Taten sind noch besser und der König ist erfreut, folgendes verkünden zu können:

    1. Die Arabische Entwicklungsbank mit Sitz in Kairo wird gegründet. Ihr Startkapital soll 2 Mio. Dollar betragen. Ihre Aufgabe wird darin bestehen, die Wirtschaft in der arabischen Welt zu fördern. Die Länder, die der Bank eine Lizenz erteilen, können bei dieser Bank Projekte vorschlagen, um die heimische Wirtschaft zu fördern. Die Bank wird auch selbst aktiv nach Projekten Ausschau halten und diese ggf. fördern. Die Bank soll so arbeiten, dass sie ihr Gewinne in die Wirtschaft der arabischen Welt refinanziert, eine Gewinnerzielungsabischt in dem Sinne, dass Gelder in den ägyptischen Haushalt (zurück) fließen, besteht nicht. Der Bank wird Steuerfreiheit gewährt.

    Man hofft, dass sich aus der westlichen Welt Investoren finden, die das Projekt unterstützen. Alternativ schlägt der König vor, eine zweite Bank zu gründen, die sich weltweit um Entwicklungsprojekte kümmert.

    2. Ebenfalls mit 2 Mio. Dollar wird die Muslimbrüderschaft gefördert. Die Muslimbrüder sind im sozialen Bereich vielfältig tätig, unterhalten Krankenhäuser und Schulen, bilden das Personal dafür aus und fördern die Umma. Der König betrachtet diese Arbeit als wichtig für den ägyptischen Staat, der durch diese Arbeit gestützt wird.

    (Hinweis: Die 4 Mio. Dollar kommen aus dem Sparstrumpf, der damit aufgebraucht ist)

    Zum Ende seiner Rede geht der König noch auf den ältesten bekannten Friedensvertrag der Welt ein, der zwischen Ägypten und Hethitien geschlossen wurde. Vereinbart wurde nur nicht nur ein Frieden, sondern auch gegenseitige Hilfe in Zeiten der Not. Solch eine Tat hat noch tausende Jahre später mehr als nur eine symbolische Kraft, auch Ägypten möchte helfen und bietet daher an, das vom Krieg verwüstete Libyen mit aufzubauen.

    Das Nilkrokodil mag träge in der Sonne liegen und etwas brauchen, bis es reagiert. Aber wenn es einmal wach ist und ein Ziel ins Auge genommen hat, dann wird es dieses Ziel verfolgen, zubeißen und danach nicht mehr los lassen. Und so wird auch Ägypten das Ziel verfolgen, dass es nicht die einzige arabische Nation bleiben wird, die als souveräner Staat Mitglied der UN ist.


    PS: Ägypten hat 1934 an der zweiten Fußballweltmeisterschaft teilgenommen. Dieses Spiel ist großartig, man hofft, bald erste Freundschaftsspiele gegen seine arabischen Nachbarn austragen zu können!

  4. #94
    Wishmaster Avatar von Sarellion
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    Persien wird den Antrag auch unterstützen, der Schah hatte bereits zu den Siegesfeierlichkeiten das Thema der Entkolonialisierung angesprochen. Wir hatten uns nur noch nicht geäußert, weil man sich mit den anderen Ländern austauschen wollte, die von dem Antrag direkt betroffen sind. Man hatte auch versucht sich mit den Antragstellern zu besprechen, aber leider nur mindere Funktionäre erreicht. Das ist bedauerlich, aber verständlich und wohl der chaotischen Zeit geschuldet.

    Wir finden es interessant, das Ägypten in seiner Rede nur von Arabern spricht und während man Friedensbeteuerungen abgibt, gibt man bekannt, das man zwei Millionen an eine Organisation gibt, die einen offensiven Dschihad propagiert und 1938 gewalttätige Proteste gegen Juden initiiert haben.

    Selbst wenn wir uns nicht selbst um den Sitz beworben hätten, würden wir nicht für Ägypten stimmen, da wir uns nicht vertreten fühlen. Es scheint auch so, das Ägypten keinerlei Neigung hat, unsere Interessen zu vertreten.
    Meine Stories:
    Sim City Societies: England obsiegt, Großkanzler Sutler baut ein neues London
    ANNO 2070: Die Zukunft wird nass
    Fallen Enchantress - Legendary Heroes: Geschichten aus der Gruft

  5. #95
    Wishmaster Avatar von Sarellion
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    Persien ist erfreut über die zahlreichen Einladungen und Bitten zu Gesprächen und wird diesen gerne nachkommen.
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  6. #96
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    In Höflichkeit, aber nicht Untertänigkeit, bittet Amman den König von Ägypten um eine Vertiefung eines Details seiner Rede:
    Ist mit der Rückbesinnung an die Mameluckenzeit auch ein Anspruch auf eine Herrschaft über die Lande am Jordan verbunden oder sieht er auch hier souveräne Staaten in der UN als wünschenswert an?
    Der Teufel sagt: "Du weißt, dass auch ich ein Opfer bin."

  7. #97
    Provinzfürst Avatar von Bassewitz
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    Wir sind etwas irritiert, dass der ägyptische König anscheinend davon ausgeht, für die gesamte arabische Welt sprechen zu können. Dem ist jedoch nicht so. Überhaupt müssen, wie der zweite Weltkrieg eindeutig gezeigt hat, völkische Nationalismen überwunden statt gestärkt werden.
    Aus diesem Grund unterstützen wir, trotz fehlender Mitgliedschaft in den UN, die Bewerbung des Iran. Egal, ob Türke, Iraner oder Araber, der Nahe Osten ist eine Weltregion, die fantastische Chancen bietet, aber auch vor gewaltigen Herausforderungen steht. Die Dekolonialisierung ist eine davon und wir gehen davon aus, dass diese nur durch Kooperation auch mit den Kolonialmächten bewältigt werden können.

    Wir begrüßen die Hilfen für das kriegsversehrte Libyen und die Schaffung dieser arabischen Entwicklungsbank und würden uns auch als Standort einer Dependance in der kommenden WAH anbieten.
    Langfristig planen wir auch mit starken regionalen Partnern den Südjemen zu einer modernen Nation aufzubauen.
    Der beste Witz in Mecklenburg,
    Der Bassewitz soll gelten,
    Denn der half seinem Fürsten durch,
    Als Feinde ihn umstellten.
    Auch soll in seinem Silberschild
    Hinfort ein Eber springen,
    Und Ruhm soll ihm solch Wappenschild
    Noch bei den Enkeln bringen!

  8. #98
    Tanzt Avatar von zerialienguru
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    Zitat Zitat von Sarellion Beitrag anzeigen
    Persien wird den Antrag auch unterstützen, der Schah hatte bereits zu den Siegesfeierlichkeiten das Thema der Entkolonialisierung angesprochen. Wir hatten uns nur noch nicht geäußert, weil man sich mit den anderen Ländern austauschen wollte, die von dem Antrag direkt betroffen sind. Man hatte auch versucht sich mit den Antragstellern zu besprechen, aber leider nur mindere Funktionäre erreicht. Das ist bedauerlich, aber verständlich und wohl der chaotischen Zeit geschuldet.

    Wir finden es interessant, das Ägypten in seiner Rede nur von Arabern spricht und während man Friedensbeteuerungen abgibt, gibt man bekannt, das man zwei Millionen an eine Organisation gibt, die einen offensiven Dschihad propagiert und 1938 gewalttätige Proteste gegen Juden initiiert haben.

    Selbst wenn wir uns nicht selbst um den Sitz beworben hätten, würden wir nicht für Ägypten stimmen, da wir uns nicht vertreten fühlen. Es scheint auch so, das Ägypten keinerlei Neigung hat, unsere Interessen zu vertreten.
    Dem König wäre es neu, dass Persien zum arabischen Kulturraum gehört. Davon ab muss man festhalten, dass man in Persien offenbar viel redet, aber nicht zur Tat schreitet. Es ist immer einfach, andere zu kritisieren, selbst aber rein gar nichts leisten zu wollen und andere für deren Leistungen zu kritiseren ist sehr schwach. Kein Wort zur Bank, kein Wort zur mildtätigen Hilfe. Kein Wort über eigene Planungen, wie man dem Nahen Osten helfen möchte.

    Nun, in Ägypten fühlt man sich durch Teheran jedenfalls auch nicht vertreten.

    Zitat Zitat von Ghaldak Beitrag anzeigen
    In Höflichkeit, aber nicht Untertänigkeit, bittet Amman den König von Ägypten um eine Vertiefung eines Details seiner Rede:
    Ist mit der Rückbesinnung an die Mameluckenzeit auch ein Anspruch auf eine Herrschaft über die Lande am Jordan verbunden oder sieht er auch hier souveräne Staaten in der UN als wünschenswert an?
    Es stehteindeutig in der Rede, dass es Ägyptens Ziel ist, nicht weiter die einzige arabische Nation in der UN zu sein. Die Mameluken waren die letzten arabischen Herrscher vor vielen Jahren der Fremdherrschaft. Ägypten hat nicht vor, irgendein anderes Land zu erobern.

    Zitat Zitat von Bassewitz Beitrag anzeigen
    Wir sind etwas irritiert, dass der ägyptische König anscheinend davon ausgeht, für die gesamte arabische Welt sprechen zu können. Dem ist jedoch nicht so. Überhaupt müssen, wie der zweite Weltkrieg eindeutig gezeigt hat, völkische Nationalismen überwunden statt gestärkt werden.
    Wir haben nirgendwo für die ganze arabische Welt gesprochen.
    Aus diesem Grund unterstützen wir, trotz fehlender Mitgliedschaft in den UN, die Bewerbung des Iran. Egal, ob Türke, Iraner oder Araber, der Nahe Osten ist eine Weltregion, die fantastische Chancen bietet, aber auch vor gewaltigen Herausforderungen steht. Die Dekolonialisierung ist eine davon und wir gehen davon aus, dass diese nur durch Kooperation auch mit den Kolonialmächten bewältigt werden können.
    Das ist eine mehr als schwache Begründung, aber nun gut, jedem das seine.
    Wir begrüßen die Hilfen für das kriegsversehrte Libyen und die Schaffung dieser arabischen Entwicklungsbank und würden uns auch als Standort einer Dependance in der kommenden WAH anbieten.
    Langfristig planen wir auch mit starken regionalen Partnern den Südjemen zu einer modernen Nation aufzubauen.
    Es mutet allerdings schon merkwürdig an, Ägypten Anmaßung vorzuwerfen, aber beim Thema Geld plötzlich doch interessiert zu sein.

    Der König hat sich mit seinen Beratern erneut besprochen und gibt daher Folgendes bekannt:
    1. Sowohl die arabische Entwicklungsbank als auch die Hilfe an die Muslimbrüder wird es weiterhin geben. Und zwar genau in der angekündigten Form. Auch wird man in der UN für eine Bank werben, die sich weltweit um Entwicklungsprojekte kümmert.
    2. Scheinbar besteht ein großes Bemühen darin, die ägyptischen Worte absichtlich falsch zu verstehen und sie schlecht auszulegen. Daher zieht man die Kandidatur zurück, da man in Kairo keinerlei Lust verspürt, seine Taten auch noch rechtfertigen zu müssen.

  9. #99
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    Danke für die Klarstellung,
    Der Teufel sagt: "Du weißt, dass auch ich ein Opfer bin."

  10. #100
    Wishmaster Avatar von Sarellion
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    Zitat Zitat von zerialienguru Beitrag anzeigen
    Dem König wäre es neu, dass Persien zum arabischen Kulturraum gehört. Davon ab muss man festhalten, dass man in Persien offenbar viel redet, aber nicht zur Tat schreitet. Es ist immer einfach, andere zu kritisieren, selbst aber rein gar nichts leisten zu wollen und andere für deren Leistungen zu kritiseren ist sehr schwach. Kein Wort zur Bank, kein Wort zur mildtätigen Hilfe. Kein Wort über eigene Planungen, wie man dem Nahen Osten helfen möchte.

    Nun, in Ägypten fühlt man sich durch Teheran jedenfalls auch nicht vertreten.
    Natürlich ist Persien eng mit dem arabischen Kulturraum verbunden. Viele unserer Nachbarn sind Araber und wir haben eine wenn auch kleine arabische Minderheit. Persische Wissenschaftler, Ärzte und Rechtsgelehrte haben über viele Jahrhunderte zur Kultur Arabiens beigetragen, ebenso wie wir von den arabischen Wissenschaftlern, Ärzten und Gelehrten gelernt haben. Viele arabische Herrscher haben sich geschätzte persische Wesire und Beamte an ihren Hof geholt.
    Seit dem letzten Jahrhundert haben wir alle außerdem wohl sehr ähnliche Erfahrungen gemacht.

    Wir hatten das außerhalb unseres Landes nicht groß verkündet, das wir mildtätig wirkten, aber wir können dem König von Ägypten gerne eine Kopie unseres Nachtragshaushalts und ein paar alte Zeitungen zukommen lassen,* wenn es Ägypten interessiert. Wir hatten dem IKRK und dem Roten Löwen, seinem lokalen Ableger, nach dem Massaker von Sétif Gelder zukommen lassen um in Algerien, aber auch in Europa, wo das Elend derzeit ja auch sehr groß ist, zu helfen. Ebenso hatten wir dem Roten Löwen Unterstützung zugesagt, damit er Helfer und Ärtzte schicken kann.

    Ebenso haben wir bereits bei mehreren gemeinsamen Projekten zur Entwicklung unserer Länder unsere Teilnahme zugesagt. Wir sind jetzt nicht auf Ägypten zugekommen, da es wohl derzeit weniger Möglichkeiten gibt, an gemeinsamen Projekten zu werkeln. Aber wenn Ägypten ein Anliegen hat, hat die persische Regierung und der Schah sicher ein offenes Ohr.

    Wir wüssten jetzt nicht das man einen bestimmten Kulturkreis angehören muss, damit man die Mitglieder in seiner regionalen Gruppe würdig vertreten kann. Wir hätten auch kein Problem uns im Sicherheitsrat von Ägypten vertreten zu lassen, wenn es sich bei Bekanntgabe seiner Kandidatur nicht als rein arabische Interessenvertretung stilisiert hätte.

    *Soll heißen Jon kann ja bestätigen, das ich da was gemacht hatte, ich habs nur net groß breitgetreten. Wusst ja net, das es noch wichtig sein könnt.
    Geändert von Sarellion (Gestern um 20:57 Uhr)
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  11. #101
    The truly King Avatar von Käsbert
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    Sultanat Maskat und Oman

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    Der Sultan möchte dem Ägyptischen König darauf aufmerksam machen, dass mit dem Oman neben Ägypten ein zweites unabhängiges Land im “Arabischen Raum“ Mitglied der UN ist.
    Ägypten soll sich also dort keineswegs einsam fühlen.

    Man bedauert den Rückzug Ägyptens verkündet aber auch die Unterstützung Persiens für die Wahl für den freien Platz im Sicherheitsrat (unabhängig vom Rückzug Ägyptens), da man dort eine intelligente und weitsichtige Politik erkennt.
    All that is gold does not glitter,
    Not all those who wander are lost;
    The old that is strong does not wither,
    Deep roots are not reached by the frost.

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