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Thema: [RL] Rinz noch kleineres Kino um die Ecke - LoungeVol. 3

  1. #1
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    [RL] Rinz noch kleineres Kino um die Ecke - LoungeVol. 3

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    Nachdem Version 1 Trondes Beispiel gefolgt ist und eine weitere Kinolounge ins Leben gerufen hat, will ich mich nicht lumpen lassen: Alle gute Dinge sind drei! Allzusehr in die Quere kommen dürfte ich den beiden nicht, denn die Auswahl der Filme welche ich hier würdigen (oder zerreissen) werde wird sich vermutlich nur wenig überschneiden mit denen von Version 1 und Tronde. Sicher wird auch mal der eine oder andere Blockbuster den Weg in mein "Programmkino" finden, auf der anderen Seite stehen hier neben Sparten/Genrefilmen auch Dokumentationen und nicht mehr ganz aktuelle Filme auf der Liste - mit einer Auswahl eben typisch für ein Programmkino. Mit der Zeit wird sich eventuell irgendwann eine Best-of-Liste ergeben, optimalerweise nach Genres sortiert. Aber: eins nach dem anderen - den Anfang macht ein aktueller Kinofilm: Die Hütte.
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    Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht
    (Bertold Brecht)
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  2. #2
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Platz;Titel; ;Note
    1.;In Zeiten des abnehmenden Lichts; Deutschland 2017; 8,75
    2.;Die Hütte (The Shack); USA 2017; 8,5
    3.;Begabt - Die Gleichung eines Lebens (Gifted); USA 2017); 8,0
    4.; Logan - The Wolverine; USA 2017; 8,0
    5.;Die Unsichtbaren; Deutschland 2017; 8,0
    6.;Aus dem Nichts; Deutschland 2017; 8,0
    7.;Rogue One - A Star Wars Story; USA 2016; 8,0
    8.;Ein Dorf sieht schwarz(Bienvenue à Marly-Gomont); Frankreich 2017; 8,0
    9.; La La Land; USA 2016; 8,0
    x;Lion - der lange Weg zurück (Lion); USA/Indien/UK/Australien 2016; 7,75
    x; Valerian and the City of a thousands Planets; Frankreich 2017; 7,5
    x;Die Bullyparade; Deutschland 2017; 7,5
    x;Fluch der Karibik - Salazars Rache (PotC: Dead Men Tell No Tales); USA 2017; 6,5
    x;Fuck ju Göhte 3; Deutschland 2017; 5,5
    x; The Snowman; UK 2017; 5,0
    x;Der wunderbare Garten der Bella Brown (The Beautiful Fantastic); UK 2016; 5,0
    x; Blade Runner 2049; USA 2017; 3,0
    x; The Circle; USA 2017; 1,5


    Geändert von Rinz (08. Januar 2018 um 14:50 Uhr)
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  3. #3
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Die Hütte - Ein Wochenende mit Gott ( USA 2017, OT: The Shack)


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    Handlung:
    Was ist das für ein Gott, der uns so leiden lässt? Wenn er allwissend und allmächtig ist, warum lässt er zu, daß soviel Unglück über uns hereinbricht? Eine vielgestellte Frage, die auch Mackenzie Phillips (Sam Worthington) beschäftigt. Vier Jahre nachdem seine jüngste Tochter Missy einem Gewaltverbrechen zum Opfer fiel ist "Mack" noch immer zutiefst verbittert. In seiner Familie ist er nicht der einzige, der von Schuldgefühlen geplagt wird, seine ältere Tochter gibt alleine sich die Schuld, auch sie verschließt sich völlig. Die unfassbare Katastrophe, verursacht von einem Serienmörder hat einen düsteren Schatten über die ganze Familie gelegt. Das Leben muss irgendwie weitergehen - aber ist das ein lebenswertes Leben, mit soviel Leid und Bitterkeit?
    Als seine Frau mit den beiden übrigen (mittlerweile jugendlichen) Kindern übers Wochenende wegfährt findet Mack einen unfrankierten Brief im offenen Briefkasten. Der Brief enthält eine Einladung zu einem Wochenende mit Gott höchstpersönlich, und zwar in eben jener Hütte in den Bergen, die Schauplatz des grausamen Mordes an seiner Tochter war. Mack rechnet mit allem, einem Scherz seines benachbarten Freundes, vielleicht will ihn sogar der Mörder zum Narren halten, oder vielleicht ist der Absender am Ende tatsächlich "Papa", wie Gott in seiner Familie genannt wird? Denn unerklärlich ist, daß er keinerlei Spuren im Schnee erkennen kann, die zum Briefkasten führen...
    Mack beschließt, die Herausforderung anzunehmen. Mit einer Waffe im Gepäck fährt er zum Ort der Ursache seines Traumas, auf der Suche nach Anworten, so oder so. Tatsächlich trifft er in den Bergen nicht auf einen geisteskranken Mörder, sondern tatsächlich auf Gott - besser gesagt auf Verkörperungen der drei Personen der Dreieinigkeit. Gott der Vater erscheint ihm als fürsorgliche Afroamerikanerin (Octavia Spencer), die sich von ihm tatsächlich „Papa“ nennen lässt, sowie "Papas" tiefenentspannte "Kinder" - als da wären Jesus Christus (als hebräischer Handwerker) und der Heilige Geist Sarayu („Wind“) in Form einer jungen Asiatin die sich um den Garten kümmert.
    Die drei haben alle Zeit der Welt (okay, strenggenommen ein Wochenende - aber Zeit ist in diesem Fall relativ...), Mack von seiner inneren Unruhe zu befreien und ihm den Seelenfrieden zurückzugeben - doch Mack ist ein ziemlich harter Brocken, schließlich hat er noch ein weiteres, nicht minder schweres Trauma im Gepäck und die Narben haben sich tief in seine Seele gebohrt...

    Wer sollte sich diesen Film geben?
    Jeder, der mit traumatischen Erinnerungen zu kämpfen hat. Jeder, der mit traumatisierten Menschen zu tun hat. Jeder, der Opfer von Gewaltverbrechen war. Jeder der an Heilung interessiert ist. Jeder der sich die Eingangsfrage gestellt hat: Wie kann Gott zulassen, daß schlimme Dinge passieren? Und jeder, der neugierig ist, wie ein Film funktionieren kann, der Gott personifiziert.

    Bewertung:
    Zuallererst: Der Hauptdarsteller Sam Worthington (Avatar - Aufbruch nach Pandora, Hacksaw Ridge, Terminator - Die Erlösung) ist alleine schon das Kino-Eintrittsgeld wert. Selten habe ich eine derart eindringliche Darstellung der "großen" Gefühle gesehen wie bei seiner Verkörperung von Mack. Vor allem die innere Zerrissenheit, jene geballte Wucht seiner Vergangenheit, die Wut und die Ohnmacht die daraus entstehen, Worthington ist ein Glücksfall für diese Rolle. Über das eigenartige Szenario kann man - im wahrsten Sinne des Wortes - denken was man will, es obliegt alleine dem Zuschauer (oder Leser, das Buch von 2006 ist ein Bestseller), was er oder sie mit diesem Film macht, der Film bietet sozusagen eine Projektionsfläche für Grundgedanken des Christentums. Ich selbst bin weder Atheist noch überzeugter Christ, als spirituell interessierter Mensch ohne nennenwerte Traumata habe ich zwar nichts grundlegend neues für mich entdecken können doch ich wurde gut unterhalten und habe insgesamt einen gut inszenierten Film gesehen der interessante Wendungen und Einfällen bereithält.


    Abschließende Wertung:
    8,5
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  4. #4
    Nur der BVB Avatar von Chris der Phönix
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    Bist du denn qualifiziert? Also ich meine beschäftigst du dich richtig mit dem Thema ? :Version1:
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    Wir haben 100 Leute gefragt! Spiele mit bei I am with stupid


    #Lecker, einen 43er mit Milf!

    #Wenn Du die Kirche und Eho hintergehst, wird man sich daran erinnern

  5. #5
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    Qualifiziert? Nicht daß ich wüsste... . Es ist eher so, daß ich einfach Lust darauf habe - und auf diese Art die mir entgangene Karriere eines verbiesterten Kulturkritikers kompensieren kann
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  6. #6
    The Greater Fool Avatar von Tronde
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    Schöne Sache und gleich mal mit einem interessanten Film gestartet
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  7. #7
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    Ein Dorf sieht schwarz (Frankreich 2017, OT Bienvenue à Marly-Gomont)


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    Handlung: Seyolo Zantoko (Marc Zinga) hat es geschafft, er beendet erfolgreich ein Medizinstudium in Paris. Nun gilt es nur noch ein Job zu finden, und zwar in Frankreich, wo im Jahre 1970 afrikanischstämmige Ärzte noch eine Seltenheit sind. Zurück in die kongolesischen Heimat - wo ihm die Stelle des Leibarztes von Diktator Mobutu angeboten wird - zieht es ihn nicht, er will auch seinen Kindern eine bestmögliche, europäische Bildung zukommen lassen. Als er davon hört, daß in der Provinz nördlich der Hauptstadt eine verwaiste Landarztpraxis existiert, bewirbt er sich. Der dortige Bürgermeister rät ihm zwar ab, hat aber letztlich keine Wahl: die Stelle endlich zu besetzen könnte ihm nicht zuletzt bei der Wiederwahl helfen. Mit viel Elan und Optimismus geht Zantoko an seine erste Herausforderung heran. Die Vorwarnungen, daß rassistische Vorurteile auf dem Land möglicherweise etwas ausgeprägter sind als in der großen französischen Metropole Paris schlägt er in der Wind.
    Der Anfang wird sicher etwas schwierig denkt er sich, aber wenn die Leute erstmal erkennen, daß ich ein guter Mensch und vor allem auch ein guter Arzt bin, dann werden sich Vorbehalte schnell legen. Wie er sich täuschen sollte! Das Dorf ist wirklich tiefste Provinz, die meisten Einheimischen haben noch nie Menschen anderer Hautfarbe zu Gesicht bekommen. Es will einfach niemand in seine Praxis kommen, alle fahren lieber in die nächste Stadt - und das obwohl der neue Doktor den guten Rat des alten Landwirts Jean (Rufus) beherzigt und sich in der Dorfkneipen-Gemeinschaft integriert. Seine Trinkfestigkeit und sein Dart-Spiel verbessern sich zwar auf diese Art stetig - doch die existentielle Dinge stagnieren. Seine Frau und seine zwei Kinder haben es noch schwerer als der Papa.
    Die Familie droht zu zerbrechen, die Mission zu scheitern. Da auch die Geldreserven irgendwann aufgebraucht sind, arbeitet der verhinderte Arzt heimlich als landwirtschaftlicher Helfer bei Jean...

    Bewertung: "Ein Dorf sieht schwarz" ist entstanden nach einer wahren Geschichte, Zantokos Sohn schrieb das Drehbuch. Es handelt von ein ernstem und nach wie vor hochaktuellem Thema, der Film selbst jedoch ist eine reine Feelgood-Komödie in bester "Culture-Clash"-Tradition. Ein situationskomischer Gag jagt den anderen, kein Klischee wird ausgelassen - es darf also gelacht werden und das nicht zu knapp. Das ist auch gut so - denn was bringt es, mit diesem Thema Beklemmung auszulösen, wo doch Humor, Herzlichkeit und eine Prise Zivilcourage die besten Antworten auf Rassismus sind? Sogesehen schlägt der Film in die gleiche, erfolgreiche Kerbe wie hierzulande "Willkommen bei den Hartmanns" - nur das Timing war in diesem Fall noch besser, der Streifen erschien kurz vor den Präsidentschaftswahlen...
    Alles in allem ein vergnüglicher, beschwingter Film, etwas zu lang für meinen Geschmack und mit einem kleinen störenden Detail:
    Achtung Spoiler:
    u.z. die doch arg stümperhafte Inszenierung des langersehnten Fußballauftritts der kleinen Tochter, die es ob ihres Talents in die örtliche Herrenmannschaft schafft und dieser dann natürlich im Alleingang zum Aufstieg - peinlich unrealistisch umgesetzt und das hat man auch schon deutlich besser gesehen.


    Abschließende Bewertung: 8,0
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  8. #8
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    La La Land (USA 2016)

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    Handlung:
    Wer in Los Angeles sein Glück als Künstler sucht, begibt sich in ein Haifischbecken von Tausenden von jungen Nachwuchsschauspielern, Musikern und Drehbuchautoren welche alle auf den großen Durchbruch in Hollywood hoffen. Die "Stadt der Engel" oder auch "die Stadt der Träume" genannt, kann jedoch nur einen Bruchteil dieser Träume erfüllen. Etliche "Stars in spe" kommen nie über Castings und Komparsenrollen hinaus und haben nicht das Glück z.B. eines Quentin Tarrantinos, der als Verkäufer in einer Videothek arbeitete und dessen prominenter Kunde Harvey Keitel nach einem smalltalk einen Drehbuchentwurf von Tarrantino mit nach Hause nahm. Zu seiner großen Überraschung eröffnete Keitel ihm tags darauf, daß er jenen Film produzieren will, ihm die Schauspieler besorgt, er (Tarrantino) solle Regie führen und könne auch gerne mitspielen! Heraus kam mit Reservoir Dogs sofort ein Meisterwerk, Anfang einer großen Karriere.
    Zum Film: Auch die junge, gutaussehende Mia Dolan (Emma Stone) hat diesen großen Traum. Sie hat einen strategisch günstig gelegen Arbeitsplatz, denn sie arbeitet in einem Bistro direkt in den Hollywood-Filmstudios und schenkt kleinen und großen Stars der Filmbranche Kaffee aus. Jede sich bietende Chance auf ein Casting nimmt sie wahr, doch dort zeigt sich nur zu oft das hässliche Gesicht der Branche, Dieter Bohlen lässt grüßen...
    Sebastian "Seb" Wilder (Ryan Gosling) dagegen verfolgt ein ganz anderes Ziel. Er trachtet nicht nach Ruhm und Berühmtheit, er will lediglich sein Ding machen. Sein Ding, das ist Jazz-Musik. Er spielt ausgezeichnet Klavier, verdient seinen Lebensunterhalt in Bars und Restaurants, kann dort allerdings nicht die Musik spielen, die ihm am Herzen liegt. Er träumt davon, irgendwann einen eigenen Club zu führen, einen Club wo nur "echter", authentischer Jazz gespielt wird. Seb und Mia lernen sich kennen, verlieben sich und versuchen sich gegenseitig in ihren Träumen zu unterstützen.

    Bewertung: Ein Musical, daß Rekorde bricht. 170 (!) namhafte Auszeichnen (darunter 6 Oscars) hat La La Land bislang abgeräumt - und die Grammys stehen noch aus. Was ist dran an diesem Film, der dem eher selten gewordenes Genre Film-Musical offenbar ganz neuen Glanz verliehen hat? An der Story wird der Erfolg nicht gelegen haben, denn die ist, naja sagen wir mal höflich "ganz nett". Die Songs, z.B. die mehrfach verwendeten City Of Stars und Late For The Date ? Wirklich schöne, beschwingende Musik, atmosphärisch und passend für den Film. Die Tanzeinlagen? Sollten eine Hommage an Gene Kelly sein, das ist natürlich die höchstmögliche Hürde. Passte aber soweit, zwar war ließ die Anfangsszene schlimmes befürchten (dort übten sich Hunderte von vermeintlich talentierten Nachwuchstänzern an einem gutgemeinten Tanz auf einer verstopften Hauptverkehrsstrasse), aber für Emma Stone war die Sache kein Problem und auch Ryan Gosling bewältigt die Step-und Tanzeeinlagen betont beiläufig und mühelos, quasi mit dem geringmöglichsten Aufwand. Überhaupt Ryan Gosling - erstaunlich, wie ein Schauspieler es schaffen kann, einen kompletten Kinofilm lang nicht den kleinsten Funken nennenswerter Mimik zu produzieren, sein Mundpartie verändert sich wenn überhaupt nur in mikroskopischen Nuancen, in guten wie in schlechten Zeiten hat er die selbe Maske auf von gleich- und gutmütiger Lamoryanz. Die fraglos vorhandene Liebewswürdigkeit seiner Rolle drückt er ausschließlich mit den Augenwinkeln aus - und mit seinen Taten natürlich. Ganz anders Emma Stone, sie verleiht ihrer Rolle genau die richtige Mischung aus Bescheidenheit, Echtheit und überbordernder Energie - eine Traumfrau, alles passt 10,0. Natürlich wird sie schlussendlich von Hollywood entdeckt und wird zur Film-Diva. Daß sie zuvor
    Achtung Spoiler:
    sich letztlich als nicht beziehungsfähig erwies führt dazu daß dieser Film kein Happy End hat. Denn sie lässt ihren Lover gerade in dem Moment im Stich ließ als dieser seine eigenen Ziele zurücksteckte und in einer massenkompatiblen Band anheuerte, auch um letztlich ihnen beiden eine finanzielle Basis zu ermöglichen. An dieser Stelle wirkt die Story..nun ich will nicht sagen unglaubwürdig aber doch arg konstruiert. Mia hält Seb vor, daß er seine eigene Musik und somit seine eigenen Träume verrät. Sie verlässt ihn, weil er sich anpasst und nicht nur an sich selbst denkt. Ist das jenes Erkennungsmerkmal der im Zusammenhang mit dem Film genannten Generation Y, daß das Ideal einer Beziehung nicht Anpassung/Entgegenkommen ist sondern Individualität um jeden Preis - jeder macht sein Ding und man trifft sich für die schönen Momente? Macht dieses gesellschaftliche Phänomen, die Entwicklung des Menschen vom sozialen Wesen hin zum Karriereindividuum den speziellen Charakter des Films aus? Ich will es nicht zu hoch hängen aber es wäre irgendwie traurig wenn es so wäre.


    Wer sollte/könnte sich diesen Film anschauen?
    Im Grunde jeder der nicht allergisch auf Musicals reagiert, denn er ist ohne Frage gut und sehr professionell gemacht. Zumindest der Oscar für Emma Stone ist nachvollziehbar, sie ist wirklich umwerfend in ihrer Rolle. Wer Jazz liebt wird den Film nicht unbedingt mehr mögen, viel wichtiger scheint mir die Frage: Glaubst du an dich, glaubst du an deine Ziele, bist du bereit alles dafür zu geben? Wer in dieser Lebensphase steckt, der sollte sich diesen Film auf keinen Fall entgehen lassen. Für alle anderen kann ich nur sagen: Es gibt so viele Filme auf dieser Welt - ich liebe jeden, der mir gefällt

    Abschließende Bewertung:
    8,0
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  9. #9
    The Greater Fool Avatar von Tronde
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    Schöne Bewertung.

    Die Kritik bezüglich der Handlung von Mia
    Achtung Spoiler:
    halte ich für deutlich zu hart. Auch der Verweis auf die Generation Y finde ich da für etwas zu hoch gehängt. Der Film will meiner Meinung nach dadurch nur zeigen, dass ein Happy End eben nicht in jedem Fall möglich ist
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  10. #10
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Thx Tronde

    Achtung Spoiler:
    Kann man sicher so oder so sehen. Ich fand's arg konstruiert. Natürlich gibt es immer gute Gründe, weshalb Liebende sich trennen, aber hier wäre meiner Meinung nach etwas mehr nötig gewesen, was ihre Motive glaubhaft erscheinen lassen. Einfach nur eine Szene zu verwenden und dann als Quintessenz "du bist ja nur noch unterwegs und machst mainstream-Musik statt deinen Traum weiterzuverfolgen" fand ich etwas platt. Zumal ja nicht er, sondern sie selbst im Begriff war, ihren Lebenstraum aufzugeben. Aber in einer Sache hast du recht, es ist "nur" ein Musical, und allzu zu hoch hängen will ich das wirklich nicht
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  11. #11
    Registrierter Benutzer Avatar von Kleemo
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    Hab das grad entdeckt... LaLaLand stimm ich Dir zu, die anderen Filme muss ich mir noch zu gemühte führen.

  12. #12
    The Greater Fool Avatar von Tronde
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    Wie sieht es aus? Du wolltest doch FDK bewerten. Wäre interessant
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  13. #13
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Stimmt das hatte ich vor. Und ich hatte mir auch ein paar Gedanken zum Film gemacht. Das Problem ist nur, daß nunmehr nach einer Woche Super-Sommer-Hitze-Schubidu der Inhalt des Films weitestgehend verdunstet ist. Das könnte dazu führen, daß ich dem Streifen dementsprechend relativ geringe Bedeutung beimesse und ich ihm nicht gerecht werde. Aber ich erinnere mich, einige Notizen gemacht zu haben, vielleicht reicht es heute abend für eine Kurzbesprechung, muss ja kein Examen sein
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  14. #14
    Regenerierter Benutzer Avatar von Rinz
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    Fluch der Karibik - Salazars Rache (Pirates of the Caribbian: Dead Men Tell No Tales, USA 2017)


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    Handlung:
    Jack Sparrow (Johnny Depp) ist wieder mal völlig am Ende. Nicht mal ein halbwegs seetüchtiges Schiff bleibt dem einstigen Schrecken der Meere, sein Kopfgeld ist auf einen mickrigen Dollar geschrumpft. Als dann auch ein Bankraub spektakluär in die Hose geht, hat auch der treueste, letzte Rest seiner Besatzung die Schnauze voll von den fruchtlosen Eskapaden ihres eigenwilligen Captains. Das Einzige was Sparrow noch bleibt sind zwei magische Gegenstände: die Black Pearl, das schnellste Schiff der Karibik (welche allerdings auf Miniaturgröße geschrumpft und in einer Flasche eingesperrt ist) sowie sein magischer Kompass, der ihn stets genau zum dem führt was er sich am Innigsten wünscht. Da er sich jedoch nach dem Verlust seiner Crew nichts mehr anderes wünscht als im Suff zu ertrinken, tauscht er in einer Spelunke den Kompass gegen eine Buddel Rum ein.
    Über Umwege gelangt sein ewiger Rivale Barbossa an den Kompass, Barbossa hat das gesamte karibische Piratengeschäft an sich gerissen, 10 Schiffe segeln unter seiner Flagge, er selbst residiert fürstlich in seiner Schatzkammer - doch hat auch er ein Problem: ein Geisterschiff mitsamt einer Horde verfluchter Untoten schickt sich an, seine Flotte nach und nach zu vernichten. Jedoch erfährt er, daß deren Anführer Salazar es im Grunde einzig auf das Leben von Jack Sparrow abgesehen hat und so beschließt Barbossa, sich mit jenem unheimlichen Unbekannten zusammenzutun....
    Währenddessen macht Sparrow – natürlich wieder einmal (wie könnte es anders sein) hinter Gittern - die Bekanntschaft von zwei jungen Menschen: Der eine, ein junger Mann, sucht seinen von einem Fluch gefangenen Vater, die andere, eine junge Astronomin, versucht mit Hilfe ihrer Wissenschaft eine legendäre, jedoch vermeintlich unauffindbare Insel zu finden in deren Nähe der sagenumwobene Dreizack Poseidons verborgen sein soll. Der Dreizack - soviel sei verraten - kann zweierlei Dinge bewirken und selbstredend sind letztlich natürlich alle auf ihn scharf. Die bewährte Devise: Alle jagen Jack Sparrow und inklusve ihm selbst einen Schatz - und wie immer ist die Frage: wer findet wen oder was zuerst?

    Bewertung: Johnny Depp hat haufenweise interessante und gute Filme gemacht, richtig weltberühmt allerdings wurde er erst mit der Rolle des clownesken Piraten Jack Sparrow in FDK, was vor allem ihn selbst verwundert hat, steckte doch nach eigenem Bekunden in jener Rolle der allergeringste schauspielerische Aufwand. Den Suffkopp mimen, ein bischen torkeln, die Augenbrauen hochziehen, dann wieder rumalbern, ein paar flotte Sprüche raushauen, den Rest machen die Maskenbildner. Trotzdem, man hat diese Figur liebgewonnen, weil sie eben nichts wirklich ernstnimmt und dennoch einfach nicht totzukriegen ist. Das führt mich direkt zum einzigen Kritikpunkt des ansonsten flüssig unterhaltenden Abenteuerspektakels, denn in „Die Rache des Salazar“ wirkt die Inzenierung des Anti-Helden tatsächlich seltsam überzeichnet . Johnny Depp torkelt nicht einfach nur, er torkelt als wenn er sagen wollte: ulkig, wie ulkig es alle finden wenn ich so ulkig torkele. Übertheatralisch und reichlich überzogen parodiert er seine eigene Rolle, man könnte fast meinen, er mache sich über seinen eigene Kultfigur lustig oder der große Erfolg derselben sei ihm nicht mehr geheuer. Wie auch immer, vielleicht fehlten ihm auch die vertrauten Orlando Bloom und Keira Knightley alias Wil Turner und Elizabeth Swan, jedenfalls ließ das Regisseurtandem ihren Star gewähren, so leidet vor allem der erste Teil des Films unter dem arg überstrapazierten Gestus des Hauptdarstellers. Glücklicherweise tritt der Rum für den Captain nach und nach in den Hintergrund und das Meer hat ihn dann auch wieder, so daß den Zuschauer im weiteren Verlauf nichts mehr ablenkt vom puren Unterhaltungskino der besten Sorte.
    Satte 350 Millionen Dollar verschlang der Film an Produktionskosten und ist damit genreübergreifend der bislang zweitteuerste Film aller Zeiten, der teuerste war sein Vorgänger, Teil 4. Geplant sind – natürlich – noch weitere Teile. Man soll ja bei der Beurteilung von Filmen nicht nach Geld gucken, aber in diesem Fall muss es erlaubt sein – der angesprochene Kritikpunkt wiegt nach meinem Empfinden angesichts eines solchen Mega-Budgets besonders schwer – und es ist im nachhinein auch etwas schade, daß man für die Rolle des Salazar nicht wie gewünscht Christoph Waltz gewinnen konnte. Trotz guter Action waren die 2 Stunden Spielzeit für meinen Geschmack etwas zu lang. Davon abgesehen ist auch Fluch der Karibik 5 allemal unterhaltsames Popcornkino.


    Abschließende Bewertung: 6,5
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  15. #15
    Registrierter Benutzer Avatar von Kleemo
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    Beide letzten FDK sind die teuersten Filme?! Und ich hab noch keinen Gesehen.
    Fande die Rolle schon von Depp schon immer zu überdreht...

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